Ali Malek aus Jenfeld lebt für sein Hobby

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Im Rahmen des Herbstfestes im Jenfeld-Haus zeigte Ali Malek 50 seiner Arbeiten aus dem Moorpark. Die Schwarz-weiß-Aufnahmen entstanden während des Sommerfestes Foto: Malek
 
Auf seinen Fototouren ist Malek gern auf Motiv-Suche in der Speicherstadt Foto: Malek

Portrait- und Landschaftsfotografie sind die Steckenpferfe des Hobby-Fotografen, der auch schon im Jenfeld-Haus ausgestellt hat

Von Nicole Kuchenbecker
Jenfeld
Das Foto zeigt einen Mann. Einen obdachlosen Menschen. Jemanden, der nicht der Norm entspricht. Doch genau das macht ihn für Ali Malek so interessant. Der versierte Hobby-Fotograf aus Jenfeld hat sich der Portrait- und Landschaftsfotografie verschrieben. „Es war vor gut einem Jahr“, erzählt der 55-Jährige, der im wahren Berufsleben als IT-Experte arbeitet, da habe er ihn getroffen. Am Hafen, an den Landungsbrücken. Da unten. Malek erinnert sich ganz genau. Das Zusammentreffen mit diesem Menschen war zufällig, doch intensiv. Gut eine Stunde lang hat sich Malek mit dem Obdachlosen unterhalten, ihn kennen gelernt und schließlich fotografiert.

Moorpark in Bildern


Bilder wie dieses mag der Jenfelder. Im vergangenen Jahr hielt er mit gut 1100 Aufnahmen das Fest im Moorpark bildlich fest. Was daraus folgte war eine sechswöchige Ausstellung im Jenfeld-Haus. Die meisten der 50 Arbeiten waren Portraits, Kinderportraits. „Ich habe drei Wochen dazu benötigt, die Fotos auszuwählen“, sagt der Fotograf weiter, „das war überhaupt nicht so einfach.“ Und was Malek anfasst, gelingt. Ein bisschen hilft er noch via Bildbearbeitungsprogramm bei der Tonwertkorrektur, etwas im Bildausschnitt nach. Sonst bleibt das Foto so wie es ist. „Ich mag es überhaupt nicht, wenn ein Bild bearbeitet wird. Es gibt Menschen, die verbringen damit den gesamten Tag“, so Malek. Unverständnis macht sich breit.

Alte Menschen und Kinder


Malek freut sich, dass nach gut 30 Jahren seine Fotos auch ohne Nachbearbeitung gut gelingen. Und dass, obwohl der Fotograf ausschließlich manuell fotografiert. Echte Handwerkskunst eben. Seine Lieblingsmotive sind alte Menschen und Kinder. Aber auch gern tummelt er sich am Hamburger Hafen, in der Speicherstadt. Er mag Landschaften. Die haben auch ihren Reiz. Im Gepäck seine Spiegelreflexkamera. Und wenn die mal nicht zur Hand ist, dann tut es eben das Handy. „Es ist aber auch schon vorgekommen, dass ich nochmal zu einem Ort zurückgefahren bin“, sagt Malek, dann habe er mit einem richtigen Fotoapparat das Bild gemacht. Der Jenfelder arbeitet derzeit an verschiedenen Foto-Projekten. Dazu gehört „Afrikanische Farben“, ein Gemeinschaftsprojek in Winsen Luhe, das sich für die Integration von afrikanischen Mitbürgern einsetzt. Malek selbst kam 1989 aus dem Iran nach Deutschland. „Schwierigkeiten gibt es überall, aber wenn du die Sprache sprechen kannst, dann öffnen sich Türen“, ergänzt er. Und so engagiert er sich in der nahegelegenen Flüchtlingsunterkunft und bietet dort Deutschunterricht an.

Schulprojekt in Planung


Ein Projekt sei auch mit Schülern der Otto-Hahn-Schule in Planung, verrät er zum Schluss. Und auch eines, das sich mit Jugendlichen und ihrem Blick auf die Welt als Ganzes beschäftigt. Und die nächste Ausstellung ist ebenfalls angedacht – mit all diesen Werken im Spätsommer im Jenfeld-Haus.
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