Alle meine Entchen...

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Sehen die Enten im Hohenhorst-Park Menschen, so rücken sie sofort in größeren Trupps an. Foto: Bätz

Die Fütterung der Wasservögel sorgt für Aufregung

Von Hubert Bätz
Rahlstedt/Hohenhorst. Am kommenden Montag, 15. Oktober, um 15 Uhr wird Wandsbeks Baudezernent Arne Klein den Vorplatz des neuen Hauses am See in Hohenhorst einweihen. Der Vorplatz ist gleichzeitig der Eingangsbereich in den südlichen Teil des Hohenhorst- Park. Dann wird man sich bei einer kleinen Feier über die gelungene Umgestaltung des Parks, unter der Beteiligung vieler Hohenhorster freuen.
Nicht so groß aber ist ihre Freude über falsche Tierliebe, die zum großen Ärgernis wird, und den kleinen See vor dem Haus in eine braune Brühe verwandeln könnte. Die Rede ist vom Entenfüttern. Das erfreut sich in Hohenhorst großer Beliebtheit. Fast täglich kommen Bürger mit Brottüten, um die Vögel zu füttern. Diese selbst sind schon so dressiert, dass sie sofort herbeieilen, wenn sich Menschen dem Uferrand nähern.

Verbotsschilder

Im Haus am See warnen nun Anschläge am schwarzen Brett und Handzettel davor, und auch in der Hohenhorster Stadtteilkonferenz war das Füttern der Wasservögel schon Thema. Hier und auch kürzlich im Regionalausschuss regte man nun an, Verbots- und Warnschilder aufzustellen. Diese sollen darauf verweisen, dass diese Form von Tierliebe eher Schaden anrichtet. Es ist zwar nicht so, dass Brot für die Wasservögel schädlich ist, sofern es bei kleinen Mengen bleibt. Als Alleinfutter ist es allerdings für die Wasservögel eine zu einseitige Ernährung. Gefährlicher sind für die Enten und anderen Vögel verdorbenes angeschimmeltes Brot oder Salziges. Hinzu kommt, dass Brotreste, die nach der Fütterung übrig bleiben, für eine Verschlechterung der Wasserqualität sorgen. Das Gewässer wird überdüngt, die Algen wachsen unkontrolliert und damit steigt die Gefahr, dass der See zu einer stinkenden, bräunlich-grünlichen Brühe umkippen könnte.

Das verteilte Brot lockt aber auch andere Tiere wie Ratten und Tauben an, Besucher des Haus am See haben schon davon berichtet, einige Ratten vor Ort gesehen zu haben. Aufgrund der vielen Fütterungen leben am See anscheinend bereits jetzt schon zu viele Vögel. Es besteht in solchen Fällen nach Ansicht von Experten die Gefahr, dass sich durch den Kot der vielen Tiere Infektionsherde von Salmonellen entwickeln, die zu schweren Erkrankungen bei Mensch und Tier führen können. Aus diesem Grund stellte Michael-Ludwig Kircher für die SPD im Regionalausschuss den Antrag, Verbotsschilder aufzustellen. Denn nur eine Reduzierung der Futtermenge hilft längerfristig, das empfindliche Gleichgewicht des Sees zu erhalten und eine Ratten- und Taubenplage zu vermeiden.
Erst- und Zweitklässler der nahe gelegenen Grundschule Charlottenburger Straße wollen allerdings nicht auf das amtliche Schild warten, sondern mit gemalten Schildern auf das „Fütterungs-Verbot“ für Enten hinweisen und sich so für das ökologische Gleichgewicht des „Rückhaltebeckens“ einsetzen. (hbz)
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1 Kommentar
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Manfred Sieler aus Winterhude | 11.10.2012 | 14:45  
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