Alster-Kapitäne im Clinch: Linie dicht

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Matthias Kruse, Vorsitzender des Vereins Alsterdampfschifffahrt, ist mit der „St. Georg“ auf der Alster unterwegs. Anlegen darf er nur am Jungfernstieg

Verein Dampfschifffahrt kämpft weiter um Einigung

Von Christian Hanke
Winterhude Der Schifffahrtsbetrieb auf der Alster läuft wieder – doch in diesem Jahr getrübt durch das Fehlen einer Linie. Der Schiffsverkehr vom Jungfernstieg zum Museum der Arbeit in Barmbek ist eingestellt worden. Die Alster Touristik AG (ATG), die fast die ganze Personenschifffahrt auf der Alster betreibt, und der Verein Alsterdampfschifffahrt mit dem einzigen Dampfer auf der Alster, der „St. Georg“, Baujahr 1876, konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Betrieb der Verbindung Jungfernstieg – Museum der Arbeit einigen.

Hintergrund: Alsterdampfschiffahrt e.V. hatte die Linie 2002 ins Leben gerufen und bis 2006 mit der „St. Georg“ in Kooperation mit der ATG befahren, die ihre Anleger zwischen Jungfernstieg und Barmbek für die Fahrten zur Verfügung stellte. Anschließend übernahm die ATG die Linie mit ihrer Barkasse „Aue“ mit weniger Fahrten.

2016 endeten die Nutzungsrechte der ATG für den Anleger in Barmbek, der dem Museum der Arbeit gehörte. Da Alsterdampfsschifffahrt die einst selbst gegründete Linie gern wieder betreiben möchte, kaufte der Verein den Anleger in Barmbek. Der Betrieb einer Linie aus der Innenstadt nach Barmbek funktioniert aber nach Ansicht des Vereins nicht ohne die bisherigen Zwischenstopps. Die entsprechenden Anleger gehören aber der ATG, die sie Alsterdampfschifffahrt nicht zur Verfügung stellen will. „Wir haben mit der ATG zweimal verhandelt. Leider ohne Erfolg“, sagt Matthias Kruse, Gründer und Vorsitzender des Vereins Alsterdampfschifffahrt. Umgekehrt wird Alsterdampfschifffahrt der ATG seinen Anleger Barmbek nicht zur Verfügung stellen, damit die ATG die Linie wieder allein betreiben kann.
Von der ATG ist nur zu hören: „Der Anleger in Barmbek steht uns nicht mehr zur Verfügung. Daher können wir die Linie nicht mehr befahren.“ 3.000 Gäste hat die ATG jährlich zwischen Jungfernstieg und Barmbek befördert.
Alsterdampfschifffahrt beförderte mit der größeren „St. Georg“ 14.500 im Jahr. Die Linie wurde nur an Wochenenden betrieben. Kruse würde den Betrieb gern auch auf die Tage in der Woche ausdehnen. Er glaubt, dass der Bedarf vorhanden ist. 20.000 Fahrgäste könnten jährlich befördert werden, so Kruse.
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2 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 08.04.2016 | 18:24  
26
Anne Weißnich aus Barmbek | 10.04.2016 | 17:11  
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