Alte Schulfreundschaften in Farmsen

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Inge Tomczak (v.l.), Gretel Horns, Lilly Barth und Hilde Geist sind seit der Volksschulzeit befreundet Foto: Grell

Damen-Quartett erinnert sich an Schulzeit in der Volksschule vor 70 Jahren

Von Karen Grell
Ahrensburg/Farmsen
Gretel, Lilly, Hilde und Inge besuchten zusammen mit 35 anderen Mädchen die Volksschule in Farmsen und wie die meisten ihrer Mitschülerinnen waren auch sie „in den Sportlehrer verliebt“, lacht Hilde, die sich auch mit heute 90 Jahren noch gut daran erinnert, „wie wir alle dem Sportlehrer in die Arme gesprungen sind“. Als die Mädchen dann mitten im Krieg 1941 aus der Volksschule entlassen wurden, sind viele zunächst in eine Lehre gegangen, haben geheiratet und sich vorerst aus den Augen verloren. Erst später haben sie wieder den Kontakt zueinander gesucht. „Als wir uns das erste Mal wiedersahen, waren wir bereits 50 Jahre alt“, erinnert sich Hilde. In den nächsten Jahrzehnten trafen sich die ehemaligen Schulkameradinnen in regelmäßigen Abständen immer wieder, teilweise sogar einmal im Monat, gingen dann gemeinsam im Luisenhof kegeln und besuchten sich gegenseitig. Gretel Horns lebt heute in einer Seniorenresidenz in Ahrensburg und ist diejenige, die immer wieder alle zusammentrommelt. „Heute sind nur noch wir vier Frauen übrig“, bedauert sie. Erinnerungen aus der Schulzeit gibt es jede Menge auszutauschen, auch noch viele Jahrzehnte nach dem Schulabschluss. Und immer wieder gibt es sogar noch etwas Neues zu berichten. „Ich wurde damals von meinem Chef geärgert und habe gekündigt“, lacht Gretel bei der Erinnerung an den Mut, den sie für diesen Schritt aufbringen musste. Immerhin ohne das Wissen der Eltern, die damals noch die Erziehungsberechtigten waren. „Das hast du uns ja nie erzählt“, betont Lilly. Schon ist eine neue Geschichte aus alten Zeiten gefunden und wenn es um die Jungen von damals geht, dann fangen die Damen auch heute noch an zu kichern, als sei es gerade eben erst gewesen. „Obwohl wir durch den Krieg keine Kindheit hatten, war einiges doch auch besser“, überlegt Hilde. Man habe viel draußen gespielt und sich auch gegenseitig geholfen. „Die Nachbarschaft war hilfsbereit“, erinnern sich die Damen aus Farmsen. Langeweile kennen die aktiven Frauen auf gar keinen Fall und „Die Woche reicht nicht aus, um alles zu erledigen, was wir uns vorgenommen haben“, meint Inge. Wer dieses Quartett erlebt hat, weiß, dass Alter nur ein relativer Faktor ist und dass das Glück der Freundschaft und der Gemeinsamkeiten jung hält.
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