Altes geht, Neues kommt

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Die sehenswerte Gaststätte Alt-Rahlstedter Landhaus wird im Frühjahr abgerissen. Damit verschwindet ein Stück Rahlstedter Geschichte. Der Abriss ist notwendig, weil die Bausubstanz nach Ansicht unabhängiger Gutachter marode ist. Foto: Bätz
 
Die Rückseite des neuen Gebäudes ist eine ruhige Zone mit Garten, Balkone und Terrassen.

Alt-Rahlstedter Landhaus weicht einem Neubau

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. Jetzt kommt, was einige Rahlstedter nach der Aufgabe des Gastronomiebetriebs und der Auktion beim „Alt-Rahlstedter Landhaus“ vermuteten: Das markante gelbe Gebäude wird bald abgerissen. Der in Sasel ansässigem Architekt Heinrich Meier und der Immobilienmakler Karl-Heinz Warnholz bestätigten, dass das Wirtshaus im kommenden Frühjahr abgerissen wird. Heinrich Meier erklärte, dass er im Auftrag einer namhaften Hamburger Kaufmannsfamilie hier bis Ende 2013 ein „dreigeschossiges Wohnobjekt mit 2700 Quadratmeter Wohnfläche und 30 Eigentumswohnungen umfasst, für 4.2 Millionen Euro errichten wird. „Gewerbe kommt hier nicht zum Zuge, auch keine Gastronomie, weil hier planrechtlich heute ein Wohngebiet ist“, sagt Meier.

Eigentumswohnungen

Karl-Heinz Warnholz bedauert den Abriss, hält ihn jedoch für unumgänglich. „Ich bedauere es, dass hier wieder ein Stück Rahlstedter Geschichte verschwindet, aber die Bausubstanz des nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes war nach Untersuchungen von mehreren unabhängig von einander agierenden Gutachter wohl sehr marode“, sagt er. Und: „Ich freue mich aber, wenn hier Wohnungen, die dringend gebraucht werden, entstehen.“

Ein Haus mit Geschichte

Das Alt-Rahlstedter Landhaus war über 100 Jahre lang ein Treffpunkt und beliebter Ort für Familienfeiern. Als „Breede´s Gasthof“ wurde es im Jahre 1900 an der damaligen Handelsstraße nach Lübeck eröffnet, der „Ahrensburger Chaussee“. Pferde wurden hier gewechselt, die die Personen-und Lastfuhrwerke auf dem wichtigen Handelsweg weit ins Hinterland Hamburgs zogen. Auch sonst herrschte hier reger Betrieb, schon damals feierte man hier. 1903 baute der erste Wirt Wilhelm Sase einen Saal an.
Später wechselten mehrmals die Wirte. So führte 1912 die Familie Schierhorn das Wirtshaus. Damals hatte die „Oldenfelder Schenke“ später „Olderfelder Hof“ ihren wohl berühmtesten Gast: Detlev von Liliencron (1844-1909). Der Dichter und sein Freund, der Opernsänger Willi Birrenkoven, verkehrten häufig hier. Ja, Liliencron soll als Stammgast im Lokal sogar Hausrecht mit Schlüsselgewalt gehabt haben. Ab 1975 bewirtschafteten die letzten Besitzer, die Familie Nicolaisen, das Haus mit dem großen Festsaal. Damals gab es noch größere Feiern, allerdings war bald der Saal nicht mehr benutzbar, da baulich in der Vergangenheit zu wenig in das Haus investiert worden war. Kürzlich gab dann die Familie Nicolaisen auf und zog in ihre Heimat Dithmarschen weiterhin gastronomisch.
„Das Alte geht, Neues kommt und das muss nicht schlechter sein“, sagt Architekt Meier. „Die neue Bebauung wird wie ein Riegel wirken und so dafür sorgen, dass die Häuser dahinter vom Lärm der Bargteheider Straße stärker verschont werden“, sagt der Architekt. Für das neue Gebäude bedeutet die Lage an der Bargteheider Straße allerdings, dass hier Lärm schonend modern gebaut werden muss. Die Wohnungen haben daher nach zur Straße hin einen verstärkten Schallschutz, nach hinten eine ruhige Wohn- und Gartenlage mit Terrassen und Balkone. Karl-Heinz Warnholz: „Sicherlich wird mancher ältere Oldenfelder das Landhaus“ vermissen, andererseits werden sich Familien über den modernen Wohnraum freuen“. (hbz)
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 28.11.2012 | 12:52  
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