Ampel-Ärger

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Drücken zwecklos? Der Frust wächst. Foto: sin

Wartezeiten an der Kreuzung Rodigallee/Denksteinweg

Von Silke Nadler
Jenfeld. Jeden Morgen dasselbe Spiel: Man geht zur Rodigallee Höhe Denksteinweg, drückt auf den Ampelknopf – und nichts passiert. Es sind zumeist Mütter mit ihren kleinen Kindern an der Hand, die zur Kita Denksteinweg wollen oder Schüler der Schule Denksteinweg, die zum Unterricht müssen. Oder Arbeitnehmer auf dem Weg zum Bus. Die kleinen Kinder werden zunehmend unruhig und zappelig, direkt am Straßenrand der vierspurigen Hauptstraße, die Schulkinder werden merklich nervöser. Die ersten wartenden Erwachsenen haben keine Geduld mehr und gehen bei Rot über die Straße. Und auch größere Kinder neigen dazu – spätestens, wenn ihr Bus kommt, den sie auf der anderen Straßenseite bekommen müssen. Die Wartesituation wird zu einer Zerreißprobe für sicherheitsorientierte Eltern.
Auch der Leiter der Kita Denksteinweg sieht die Lage ernst: „Wir haben schon seit langer Zeit bei der Polizei die langen Wartezeiten bemängelt“, sagt Michael Böttcher. „Kinder werden schnell ungeduldig, trotz intensivem Verkehrsunterricht in unserer Kita. Leider sehen wir auch oft Erwachsene, die als schlechtes Vorbild bei Rot über die Ampel laufen.“ Eine erste Anfrage bei einem Polizisten vor einiger Zeit war erfolglos und frustrierend: Das könne nicht sein, so die Antwort, die Ampel sei mit einem Sensor ausgestattet, und wenn kein Auto kommt, würde die Ampel sowieso grün für Fußgänger. Das stimmt nicht. Manchmal fährt eine ganze Minute lang nicht ein einziges Auto, und die Ampel bleibt für die Autofahrer trotzdem grün.
Was ist da los? Wir fragten nach, in der zuständigen Polizeiwache 38: Warum ist diese Ampel so lange auf Grün für Autofahrer, selbst bei wenig Verkehr? Warum werden die Anfragen der Anwohner nicht ernster genommen? Warum wird nicht mehr auf die Sicherheit der Kindergarten- und Schulkinderkinder geachtet?
Die langen Ampelphasen haben waghalsiges und riskantes Verhalten von Kindern und Erwachsenen zur Folge. Kann man nicht etwas unternehmen, bevor es zu schlimmsten Vorfällen kommt? Die Polizei reagierte schnell und sehr bemüht auf unsere Anfrage. Sofort am nächsten Tag wurde sich die Signalschaltung angeschaut. „In vier Durchläufen schaltete die Ampel zwischen Minimum fünf Sekunden und Maximum 1:15 Minuten nach dem Drücken auf Grün für die Fußgänger“, sagt Jürgen Erd vom PK 383. Vorführeffekt? Nun, wären so kurze Wartezeiten der Fall, würden sich die Beschwerden nicht häufen.
Eine Anfrage in der Verkehrsdirektion könne aus Krankheitsgründen derzeit nicht kurzfristig zu einem konstruktiven Ergebnis über weitere abweichende Schaltungen führen, so Erd. „Vielleicht ist die Schaltung aber auch abhängig von der Tageszeit.“Er wird nachhaken. Solange sich an der Situation nichts ändert, können Fußgänger nur eines für ihre Sicherheit und die ihrer Kinder tun: ein paar Minuten Zeitpuffer für die Wege einplanen.
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1 Kommentar
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Kabur Kabari aus Bargteheide und Umgebung | 04.02.2013 | 21:22  
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