Ampeln für Radfahrer

Anzeige
Die neue Situation an der Ecke Erdkampsweg Foto: Blume

Fuhlsbüttel: Linksabbiegen entschärft. ADFC kritisiert „Sonderlösung“

Von Claudia Blume
Fuhlsbüttel/Langenhorn
Links abbiegende Radfahrer haben seit kurzem auf der Kreuzung Brombeerweg/Maienweg/Ratsmühlendamm eigene Ampeln. Die Signale sind auf allen Mittelinseln angebracht und sollen die Radler künftig informieren, wann sie weiterfahren können. Nach dem Kreuzungsumbau vor zwei Jahren stellen sich Radfahrer zum Linksabbiegen in sogenannten „Wartetaschen“ vor den haltenden Autos auf und mussten sich bisher auf ihr Gehör verlassen, um gleichzeitig mit den anfahrenden Autos weiterzufahren. „Auf dem Fahrrad konnte man die Lichtzeichen nicht sehen. Sich nur am Motorengeräusch zu orientieren, war alles andere als sicher“, so Carmen Wilckens, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, die bereits 2014 dringend eine Verbesserung im Hinblick auf die Sicherheit gefordert hatten. Nun wurden die neuen Ampeln mit dem optischen Startsignal für Radfahrer installiert. „Sie müssen sich allerdings erst noch etablieren“, konstatiert Thorsten Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen. In der Praxis orientieren sich Radler vielfach an der für sie nicht geltenden Fußgängerampel oder warten auf dem Fußweg, um von dort die Straße zu überqueren. Kein Wunder, mitten auf der Kreuzung zu stehen, ist mehr als gewöhnungsbedürftig und für viele Radler schlichtweg unsicher. Asif Mehrzai, Inhaber der Alster-Apotheke an der Ecke Ratsmühlendamm/Maienweg beobachtet täglich verkehrswidriges Verhalten vor seiner Tür: „Auf dem Fußweg vor der Ampel herrscht oft ein Gedränge und kein Durchkommen für Fußgänger oder Kinderwagen. Zudem sind viele Radler auf dem Fußweg unterwegs oder überqueren die Kreuzung ‚mutig’ entgegen der Fahrtrichtung. Warum zeigt die Polizei nicht mal Präsenz und informiert über richtiges Verkehrsverhalten?“ Auch der Grünen-Politiker Thorsten Schmidt ist mit der gesamten Kreuzungsgestaltung nicht zufrieden: „Leider wird in Hamburg in erster Linie für Autoverkehr geplant und Radfahrern oft einiges zugemutet. Um auf dem Ratsmühlendamm schlichtweg geradeaus über den Brombeerweg zu gelangen, müssen sie vier Ampeln überqueren; Autofahrer nur eine. Aus Zeitersparnis weichen viele Radler auf die andere Straßenseite aus und sind dort als Geisterfahrer unterwegs.“
Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club Hamburg stellt fest: „Das gefährliche Linksabbiegen ist zwar entschärft, dennoch sollten Radfahrenden ärgerliche Umwege erspart werden und nicht Sonderlösungen gesucht werden, die kaum jemand versteht.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige