Angebot bleibt in Bramfeld

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Viele Angebote des Gruppenhauses ziehen jetzt ins Haus der Jugend Foto: Ehrhorn

„Gruppenhaus“ kommt im Haus der Jugend unter

Bramfeld Die Soziale Gruppenarbeit Bramfeld, seit 1978 in der Steilshooper Allee 461 eine feste Institution für Kinder und ihre Eltern, musste sich eine neue Bleibe suchen, nachdem das Aus für die bisherige Unterkunft beschlossene Sache war. Eine Sanierung des alten Bungalows wäre deutlich teurer gewesen als ein Abriss des maroden Gebäudes (das Wochenblatt berichtete).
Doch keine Sorge: Die Soziale Gruppenarbeit Bramfeld wird jetzt dauerhaft ein paar hundert Meter vom alten Standort entfernt stattfinden, im Haus der Jugend in der Herthastraße 16. Zuerst war eine Verlegung nach Farmsen geplant, dagegen gab es allerdings vehementen Einspruch von Aktiven aus der Jugendarbeit.
Insgesamt drei Mal tagte der „runde Tisch“ aus Vertretern des Stadtteils, des Jugendhilfeausschusses und des Bezirksamtes, bis die Lösung „Haus der Jugend“ endgültig beschlossen wurde. „Es geht weiter, wir werden unsere Arbeit mit Kindern, die schwer in der Gesellschaft zurechtkommen, fortsetzen“, freut sich Bernhard Kodalle.
Der Sozialarbeiter war seit 1995 im ehemaligen Gruppenhaus tätig, kennt sich in der sozialen Arbeit bestens aus. Und er ist fest überzeugt, dass mit den Mitarbeitern des Hauses der Jugend ein Konzept über eine Zusammenarbeit mit für beide Einrichtungen positiven Ergebnissen entwickelt werden kann. Zukünftig muss sich die Soziale Gruppenarbeit Bramfeld die Räume mit den anderen Nutzern des Hauses der Jugend teilen. Die große Freifläche vor dem Gruppenhaus wird sicher fehlen. Aber der Kern, der die besondere Stellung der sozialen Gruppenarbeit in Bramfeld ausmacht, bleibt bestehen: Die Arbeit mit Kindern mit sogenannten „multiplen Problemlagen“ soll fortgesetzt werden.

Zurzeit gibt es kein Elternangebot


Eine Jungengruppe mit Teilnehmern von elf bis zwölf Jahren gibt es schon. Insgesamt sind drei Gruppen geplant. Die Gruppen umfassen je sieben Teilnehmer. Gemeinsam wird gespielt, gebastelt, Sport gemacht und Theater gespielt. Durch diese Aktivitäten sollen die auffälligen Kinder in zwei Jahren lernen, was an Werten wichtig für ein konstruktives Miteinander ist: Rücksichtnahme, Solidarität, gemeinsame Kontakte aufbauen.
Was Bernhard Kodalle besonders freut: „Wir sind von den Mitarbeiterinnen im Haus der Jugend mit offenen Armen aufgenommen worden. Jetzt müssen wir sehen, wo wir uns gegenseitig unterstützen und helfen können, damit beide Einrichtungen voneinander profitieren.“
Ganz ohne Einbußen ging der Umzug der Sozialen Gruppenarbeit aber nicht. Die Angebote für Eltern (Frauenfrühstück, Abendbrot, Themenabende) gibt es derzeit nicht. Mit Uwe Schmidt, Geschäftsführer vom Kulturladen Brakula, ist angedacht, zumindest letztere dort stattfinden zu lassen.
Geplant sind zum Beispiel Seminare für Eltern mit Themen wie „Wie gehe ich mit der Pubertät meines Kindes um?“ oder „Wie viel Taschengeld ist richtig?“ Uwe Schmidt vom Brakula: „Bereits seit gut einem Jahr treffen sich bei uns im Brakula afghanische Familien, die sonst im Gruppenhaus zusammenkamen. Es gibt einen spannenden Kulturaustausch, es wird Tee getrunken, geklönt. Dieser sonntägliche Treff ist so beliebt, dass auch afghanische Familien aus anderen Stadtteilen zu uns kommen.“

Viele Anfragen


Die Soziale Gruppenarbeit Bramfeld hat sich für die Zukunft auch gemeinsame Projekte mit dem Bramfelder Sportverein vorgenommen. Die Bramfelder jedenfalls würden aufatmen, dass sie auch in Zukunft mit dem Angebot in unmittelbarer Nähe rechnen können, meint Bernhard Kodalle. Wie wichtig das ist, dass zeigten schon allein die vielen Anfragen von Schulen, die um die Aufnahme auffälliger Kinder bitten. (eg)
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