Angst vor Saga-Neubauten in Wandsbek

Anzeige
In der beschaulichen Siedlung regt sich seit Jahren Widerstand gegen Baupläne der Saga Foto: Glitz

Im Bartensteiner Weg wehren sich Anwohner gegen die Baupläne. Bürgerbeteiligung gefordert

Von Rainer Glitz
Wandsbek
Es ist eine beschauliche Siedlung aus den 1950iger-Jahren. Am Bartensteiner Weg steht eine ganze Reihe Einfamilienhäuser, alle mit Spitzdach. Es ist ruhig, nur wenige Autos fahren durch die Straßen. Seit vier Jahren kämpfen die Anwohner darum, den Charakter ihrer Siedlung zu erhalten. „Der Bebauungsplan von 1953 lässt hier nur eine eingeschossige Bebauung zu“, sagt Tim Cortinovis. Die Saga plane jedoch den Bau zweier Häuser mit drei Vollgeschossen, insgesamt 21 Wohnungen. „Diese Bebauung wäre zu groß, die Bewohnerschaft würde sich hier fast verdoppeln“, warnt Tanja Kolmer. Die Anwohner sammelten 200 Unterschriften und übergaben sie dem Bezirksamt Wandsbek. Es folgten Widersprüche, Eingaben und Klagen. Anfang 2014 reichte die Saga dennoch einen Bauantrag ein, der vom Wandsbeker Bauprüfausschuss abgelehnt wurde. Im vergangenen August folgte ein abgeänderter Antrag, der für das eine Haus ein Stockwerk weniger vorsieht. Den Anwohnern reicht das nicht. Sie verweisen darauf, dass der größte Teil des Baugrundstückes als Park ausgewiesen ist. Der Spielplatz, der sich dort befindet, müsste weg, einschließlich mehrerer Bäume. Kritik gibt es auch wegen der geplanten Tiefgarage. „Es gibt hier einen unterirdischen Fluß. Wir befürchten Probleme bei der Entwässerung für die Siedlung“, sagt Cortinovis. Die Ausfahrt der Tiefgarage in einer Kurve des Weges sei ein Sicherheitsrisiko. Alternative Vorschläge der Anwohner, wie den Bau von mehreren Reihenhäusern, wurden abgelehnt. Vor allem aber bemängeln die Anwohner eine fehlende Bürgerbeteiligung durch Bezirk und Saga. „Vier Jahre hat sich das Verfahren hingezogen. Jetzt soll die Genehmigung auf Teufel komm raus erfolgen“, so Bernd Müthel. Das Bezirksamt Wandsbek bestätigte auf Anfrage lediglich, es liege ein Bauantrag für die Errichtung von zwei Wohngebäuden vor. Dieser sei noch in der Prüfung. Eine Baugenehmigung wurde noch nicht erteilt. Das Verwaltungsverfahren nach Hamburgischer Bauordnung sehe für baurechtliche Anträge grundsätzlich keine allgemeine Öffentlichkeitsbeteiligung vor, also auch nicht in diesem Fall, so Sprecherin Lena Voß. Eine Beteiligung der angrenzenden beziehungsweise in ihren Rechten betroffenen Nachbarn werde, wie bei jedem Bauvorhaben auch, durchgeführt, wenn dies nach den gesetzlichen Vorgaben geboten sei.
Anzeige
Anzeige
7 Kommentare
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 28.10.2016 | 15:54  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 29.10.2016 | 19:07  
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 29.10.2016 | 19:29  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 29.10.2016 | 23:06  
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 30.10.2016 | 09:50  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 30.10.2016 | 12:21  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 30.10.2016 | 17:37  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige