Anklage fordert Bewährungsstrafe

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Die Verteidigung fordert Freispruch. „Der Angeklagte ist in einen schicksalhaften Unfall verwickelt worden.“ Foto: dpa

Letzter Verhandlungstag um schweren Busunfall in Tonndorf

Von Marco Thielcke
Tonndorf. Im Prozess um den Verkehrsunfall bei dem im vergangenen Jahr ein Feuerwehrfahrzeug und ein Linienbus zusammen prallten wurden heute die Plädoyers verlesen.
Demnach sieht die Staatsanwaltschaft die Anklagepunkte der fahrlässigen Tötung in zwei Fällen und mehrfachen fahrlässiger Körperverletzung als bestätigt und fordert eine Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung. Die Verteidigung plädierte hingegen auf einen Freispruch.
Die Anklage erinnerte in ihrer Schlussrede an die, bei dem Unfall tödlich verunglückten Opfer Jolanta S. und Heinz B. und an die 23 Verletzten die zum Teil noch heute in medizinischer oder psychologischer Behandlung sind. Durch zahlreiche Zeugenaussagen sieht die Staatsanwältin es als erwiesen an, dass der Feuerwehrmann Andre K. das Martinshorn erst unmittelbar vor der Kollision einschaltete und mit überhöhter Geschwindigkeit in den Kreuzungsbereich einfuhr. Ein technischer Sachverständiger hat zuvor eine Aufprallgeschwindigkeit von 43 km/h gemessen.
Das tonnenschwere Löschfahrzeug war im Einsatz auf dem Weg zu einem Fahrstuhlbrand in Steilshoop. Nur wenige Minuten nach dem Verlassen der Feuerwehrwache in Tonndorf kam es zur Kollision.
Auch die Verteidigung verlas am heutigen letzten Verhandlungstag ihr Plädoyer und forderte einen Freispruch. In dem Schlussvortrag wird der Busfahrer wieder stärker in die Verantworten genommen.
Der Fahrer des Linienbusses habe laut eigener Aussage das Löschfahrzeug in einer Entfernung von 70 Metern wahrgenommen. „Der Angeklagte ist in einen schicksalhaften Unfall verwickelt worden“, so die Verteidigung.Zentrale Punkte der vergangenen Verhandlung waren die Hörbarkeit des Martinshorns und die Geschwindigkeit des Löschfahrzeugs. Zu beiden Punkten äußerten sich zahlreiche Zeugen und ein technischer Sachverständiger, wobei die Aussagen zum Teil stark voneinander abwichen. Das Urteil ist für den 18. September festgesetzt. (mt)
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