Ankunft wie am Airport

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Die Reservehalle ist ebenfalls fast fertig Foto: rg

Flüchtlingszentrum am Bargkoppelweg: Senator verspricht schnelle Registrierung

Von Rainer Glitz
Meiendorf
Es riecht nach frischer Farbe. Mit den riesigen Aluminiumrohren der Belüftung, den Stuhlreihen und den elektronischen Anzeigetafeln an den Wänden sieht die Ankunftshalle aus wie ein Flughafenterminal. Es gibt eine Ecke für die Kinder zum Spielen, einen Gepäckraum und Platz für Kinderwagen, dazu getrennte Toiletten und Duschen. „Das ist ein Quantensprung“, lobt Hamburgs Innensenator Andy Grote das Ankunftszentrum im Bargkoppelweg. Nach erfolgreichen Testläufen kommen seit vergangenem Donnerstag die ersten Flüchtlinge nach Meiendorf, um registriert und weiterverteilt zu werden. Alle Neuankömmlinge in der Stadt werden künftig vom Hauptbahnhof über den Bahnhof Rahlstedt mit einem Bus-Shuttleservice hierher gebracht. „Wir haben jetzt alle Verfahrensschritte unter einem Dach, innerhalb von sieben Tagen gibt es für jeden Flüchtling eine komplette Erstbearbeitung“, erläutert Innensenator Grote. Und: „Wir wissen jetzt, wo jeder sich im System bewegt und welchen Status er hat.“ Möglich wird das durch eine Chipkarte, die jeder neue Flüchtling hier bekommt. Dies geschieht in dem Bürotrakt direkt in der Ankunftshalle, dort werden Fotos gemacht und Fingerabdrücke genommen. 35 Mitarbeiter der Ausländerbehörde sind hier von 6 bis 20 Uhr in zwei Schichten im Dienst. „Wir bekommen gerade die Software des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, dann haben alle Behörden gemeinsamen Zugriff auf die Daten“, erläutert Birgit Steininger, die Projektleiterin am Bargkoppelweg. Wer erfasst wurde, wird dann zur ehemaligen Globetrotter-Halle im Bargkoppelstieg geleitet. Dort ist das Bamf mit 66 Mitarbeitern untergebracht, dazu ein Arztzentrum mit Röntgenstation. Wer in Hamburg bleibt, kann einen Asylantrag stellen und wird dann auf andere Einrichtungen verteilt. Rund 41,5 Millionen Euro beträgt das Budget für das Ankunftszentrum in Meiendorf. Darin enthalten ist auch eine Reservehalle im Bargkoppelweg 60 mit 384 Schlafplätzen. Insgesamt können in Spitzenzeiten fast 2.300 Flüchtlinge vorübergehend untergebracht werden. Derzeit ist der Zustrom nach Hamburg überschaubar: Rund 40 Flüchtlinge am Tag kommen momentan in die Hansestadt. Doch das könnte sich jederzeit schnell wieder ändern, so das Kalkül der Innenbehörde. Ende des Monats soll in Meiendorf der Vollbetrieb laufen. Für Birgit Steininger steht schon jetzt fest: „Das ist das tollste Projekt, das ich je gemacht habe. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war super!“
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