Ausflug ins Zentrum der Macht

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Besuch aus Wandsbek bei Staatsministerin Özoguz (vorne Mitte) in Berlin Foto: Glitz

Bürger aus Wandsbek werfen einen Blick hinter die Kulissen des Berliner Kanzleramtes

Rahlstedt/Farmsen-Berne Es ist gar nicht so einfach, ins „Allerheiligste“ in der Hauptstadt zu gelangen. Bundespolizisten kontrollieren Ausweise, Kleidung und Rucksäcke wie am Flughafen. Entsprechend lange dauert es, bis die knapp 50 Besucher aus Rahlstedt und Farmsen-Berne und die beiden SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter und Lars Pochnicht gecheckt sind. Vorbei an den Parkplätzen der Bundesminister geht es durch den Seiteneingang ins Bundeskanzleramt. „Mit Frau Merkel würde ich mich gern einmal über Griechenland unterhalten“, sagt eine Frau. Stattdessen empfängt Aydan Özoguz, Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, die Gruppe: In dem Raum, in dem die Kanzlerin sonst Pressekonferenzen abhält.
„Auch nach eineinhalb Jahren ist es für mich immer noch etwas ganz Besonderes, hier im Kanzleramt zu arbeiten“, bekennt die 48-Jährige aus Oldenfelde. Ihr Büro liegt im fünften Stock, das von Angela Merkel im siebten. Trotz akuter Zeitnot diskutiert Aydan Özoguz eine halbe Stunde mit den Besuchern aus Hamburg. Warum plötzlich so viele Syrer kommen, will jemand wissen. Wie ist das eigentlich mit dem Familiennachzug? Warum dauern Asylverfahren so lange und wann werden die Flüchtlinge endlich gerecht in der EU verteilt? Özoguz antwortet souverän und sagt: „Nicht jeder Flüchtling kann hier bleiben. Das ist hart, aber es geht im Moment nicht“. Wichtig sei, dass die Menschen möglichst schnell Deutsch lernen.
Begleitet von Bundespolizisten in schwarzen Anzügen gibt es dann eine exklusive Führung durch das Kanzleramt. Die Wandsbeker erfahren, dass Angela Merkel zwar einen eigener Fahrstuhl hat, einen unterirdischen Gang zum Bundestag gibt es aber nicht. Merkel wird gefahren. Die Gruppe bekommt den ovalen Kabinettstisch zu Gesicht, an dem die Bundesregierung jeden Mittwoch zusammensitzt. Die Uhr darauf hat einst Konrad Adenauer besorgt – ihn störte es, dass seine Minister ständig auf ihre Armbanduhren sahen. Vorbei an viel moderner Kunst geht es dann zurück zum Ausgang. „Guten Tag“, sagt eine freundliche Stimme, als sich die Aufzugtür öffnet. Es ist Angela Merkel im türkisfarbenen Blazer, die vorübergeht und wenig später in ihrem Aufzug verschwindet. „Das war ein besonderes Highlight“, finden die Rahlstedter und Farmsener und fahren rundum zufrieden zurück nach Hamburg. (rg)
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