Ausstellung „alters.los“ zeigt Vielfalt des Älterwerdens

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Bilder einer Ausstellung: Eine Frau genießt im Oldtimer-Cabrio den Wind im grauen Haar. Foto: Michael Hagedorn/pi

Bischöfin Fehrs über die zwei Seiten des Alters

Wandsbek. Eine alte Frau auf einer Harley Davidson, ein alter Mann im Boxring, eine Frau genießt im Oldtimer-Cabrio den Wind im grauen Haar – Ungewöhnliche Bilder vom Älterwerden präsentiert die Ausstellung „alters.los“ im Kirchenkreisgebäude am Rockenhof in Hamburg-Volksdorf. Unter dem Motto „Alter geht uns alle an“ hat die Arbeitsstelle „Leben im Alter“ des Kirchenkreises Hamburg-Ost gemeinsam mit dem Seniorenwerk des Kirchenkreises Hamburg West/Südholstein Impressionen und Reflexionen über das Alter gesammelt: Neben Fotografien von Michael Hagedorn und Skulpturen von Ludger Trautmann lädt ein interaktiver Teil alte wie junge Besucher ein, sich auf spielerische Weise dem Thema anzunähern.
Für die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs macht die Ausstellung deutlich, dass sich die Bilder vom Altwerden gewandelt haben: „Nach Jahrzehnten des Jungbleibenwollens wächst die gesellschaftliche Akzeptanz des Alters. Man reagiert heute kritisch, wenn Altwerden nur von den Defiziten her verstanden wird“, sagt Fehrs: Gleichsetzungen wie „alt gleich krank oder hinfällig“ stimmten nicht mehr. Im Gegenteil: Die Potentiale der jungen Alten rückten in den Blick. Ohne sie sei bürgerschaftliches Engagement von der Hospizbewegung bis zum Mitternachtsbus kaum vorstellbar: „Ihre Erfahrung, ihr Kenntnisreichtum, ihre Lebensfreude und auch ihre Sinnsuche sind elementar für das soziale Gesicht unseres Landes.“
Aktivität und Potential des Altwerdens seien allerdings nur die eine Seite der Medaille: „Die andere Seite, gern verdrängt und dennoch allzu gegenwärtig, sind die Grenzen, die der alt werdende Körper und Geist dem Menschen aufgibt“, sagt Bischöfin Fehrs. Der Moment des Fallens ist für sie ein Ereignis, an dem das Altsein beginnt: „Wenn jemand auf einmal auf dem Boden liegt und nicht mehr allein aufstehen kann, weil einem die Beweglichkeit und die Kraft fehlt, gehört er plötzlich zu den ‚Gestürzten’. Dann wird aus einem älteren ein alter Mensch“, sagt die Seelsorgerin. Begleitet wird die Ausstellung auch vom Hamburger WochenBlatt: Unter dem Titel „Grau sind nur die Haare“ lesen Sie an dieser Stelle in den kommenden Ausgaben mehr über die vielfältigen Bilder des Älterwerdens. (pi)
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