Azubis beziehen Wohnheim in Wandsbek

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Das neue Azubi-Wohnheim an der Hammer Straße Foto: je

Alle 156 Zimmer an der Hammer Straße sind belegt. Stiftung plant weitere Standorte

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Der Stadtteil verjüngt sich. Seit Beginn dieser Woche haben
83 junge Frauen und 73 junge Männer zwischen 16 und 26 Jahren in Wandsbek ihre vorübergehende Heimat gefunden. Nach langer Planung und kurzer Bauzeit wurde am Montag das Auszubildendenwohnheim an der Hammer Straße 8 eröffnet. Alle Zimmer sind belegt. Zu den jungen Menschen, die in dem neuen Wohnheim eine Unterkunft gefunden haben, gehört Daniel Pensky. Der 16-Jährige beginnt am 1. September seine Lehre als Elektroniker für Betriebstechnik bei der Hochbahn. Aber ohne eine bezahlbare Wohnmöglichkeit hätte er den Ausbildungsplatz in Hamburg nicht antreten können. Daniel kommt aus Hohenaspe, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Itzehoe. Pendeln wäre nicht in Frage gekommen. „Dann wäre Daniel über vier Stunden täglich unterwegs gewesen“, sagt seine Mutter Susanne. Besorgt um ihren minderjährigen Sohn muss sie nicht sein. Die „Stiftung Auszubildendenwerk“ unterstützt die Azubis. Ein Team von 16 pädagogischen Betreuern steht den Minderjährigen rund um die Uhr in dem Heim zur Seite. „Das ist ein Novum in Hamburg“, sagt Patrick Fronczek, Geschäftsführer des „Azubiwerks“. “ Schnell waren alle 156 Azubi-Zimmer belegt. Beworben hatten sich 1.450 junge Menschen aus dem Hamburger Umland und sogar aus dem Ausland. Über 40 Prozent der 38.000 Azubis, die in Hamburg einen Ausbildungsplatz gefunden haben, kommen aus dem Umland. „Es ist ein guter Tag für Hamburg. Das Wohnheim erweitert das Wohnangebot für Auszubildende. Vor allem die minderjährigen Azubis profitieren von der sozialpädagogischen Betreuung. Dadurch wird eine Bedarfslücke geschlossen“, erklärte Sozialsenatorin Melanie Leonhard, die das Wohnheim offiziell eröffnete. Birgit Kochen-Schmidt-Eych, Vizepräses der Handelskammer Hamburg, ergänzte in ihrem Grußwort: „Hamburg ist ein attraktiver Ausbildungs-standort mit über 6.000 Ausbildungsbetrieben. Doch nicht alle angebotenen Plätze werden besetzt. Ohne die jungen Zuzügler aus dem Umland würden noch mehr Lehrstellen unbesetzt bleiben. Deshalb ist es so wichtig, bezahlbaren Wohnraum für die Azubis zu schaffen.“ Jeder Auszubildende hat in dem Wohnheim ein möbliertes Zimmer mit einer Größe zwischen 14 und 19 Quadratmetern, Internet- und Telefonanschluss, größtenteils in Wohngemeinschaften. Im Haus gibt es außerdem Gemeinschaftsräume, ein Café, eine Lounge und eine Dachterrasse. Die Preise für ein Zimmer in einer Azubi-WG beginnen bei 206 Euro Nettokaltmiete und variieren je nach Größe. Seit 2008 gibt es die Stiftung Azubiwerk, deren Ziel es ist, die Lebensbedingungen der Auszubildenden zu verbessern. „Wir wollen bis 2022 in Hamburg an sechs Standorten insgesamt 1.000 Plätze schaffen“, sagt Patrick Fronczek.
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