Bäume bleiben – vorerst

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Unübersehbar: Die Plakate zum Bürgerbegehren Foto: Haas/wb

Bezirk reagiert auf erfolgreich gestartetes Bürgerbegehren

Von Waltraut Haas
Steilshoop
Inzwischen ist es amtlich: Entgegen der Planung werden im Zentrum von Steilshoop ab Oktober keine Bäume gefällt. Das bestätigte Ulrike Nowicki, Sprecherin des Bezirksamtes Wandsbek, dem Wochenblatt. Der Grund für die Aussetzung ist die große Beteiligung am Bürgerbegehren „Kahlschlag stoppen“.
Obwohl das Steilshooper Bürgerbegehren noch bis Mitte Februar läuft, hat der Bezirk die für Oktober geplanten Fällungen ausgesetzt. Grund ist die hohe Beteiligung von Anwohnern an dem Begehren. Die Initiative konnte bereits ein Drittel der geforderten 6.636 Unterschriften einsammeln, damit werden im Bezirk alle Pläne bis zum Ende der Frist auf gestoppt. Von den bisher über 3.100 eingereichten Unterschriften seien 2.359 gültig, erforderlich für das Erreichen der Sperrfrist waren 2.212 Unterschriften. Zum weiteren Verfahren erklärte Nowicki: „Vorerst wird das Ergebnis des Bürgerbegehrens abgewartet.“ Damit es zustande kommt, müssen die Baumschützer bis 17. Februar 2016 alle Unterschriften einsammeln. Das Bezirksamt Wandsbek habe jetzt die Funktion einer „neutralen Abstimmungsbehörde“. In dieser Position würde die Initiative und die Bezirksversammlung unabhängig und umfassend beraten. Der Senat habe zwar das Recht, „Aufgaben von übergeordneter und gesamtstädtischer Bedeutung an sich zu ziehen“: durch das sogenannte Evokationsrecht. Die Initiative glaubt aber nicht, dass dieser Fall eintritt. Die Bäume in Steilshoop sind schließlich eine bezirkliche Angelegenheit, sagen die Initiatoren des Bürgerbegehrens. Zudem bezweifeln sie, dass ein Senator der Grünen sich diesen Schuh anziehen wolle. Inzwischen übernehmen Steilshooper Baumfreunde schon persönliche Patenschaften für einzelne Bäume.

Der Steilshooper Baumkrieg beschäftigt am Montag, 5. Oktober, um 17.30 Uhr den Hauptausschuss des Bezirksparlamentes in Wandsbek.

Weitere Infos: www.kahlschlagstoppen.de
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