Bahnarbeiten in Eilbek

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Der abgeholzte Bahndamm an der Hasselbrookstraße.

Anwohner der Hasselbrookstraße befürchten Kahlschlag

Von Rainer Glitz
Eilbek. „Früher war es schön grün hier, ein richtiger Wald mit Vögeln und allem“, sagt Wilhelm Peterka aus Eilbek. Von seinem Balkon in der Hasselbrookstraße blickt er genau auf die Bahnstrecke Hamburg – Lübeck. Vor kurzem wurde das Gebüsch am Bahndamm abgeholzt. Gleichzeitig wurden Löcher gegraben und dann wenig später bei Minustemperaturen wieder zugemacht.
Gebüsch abgeholzt
„Das versteht doch niemand, was hier passiert“, wundert sich Peterka. Und normalerweise würde die Bahn AG mit Plakaten, Handzetteln oder in der Zeitung über Baumaßnahmen informieren – in diesem Fall jedoch nicht. Ein Großteil der grünen Schutzwand aus Gebüsch und Bäumen wurde bereits bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke entfernt. Jetzt machen sich die Anwohner der Hasselbrookstraße Sorgen um die letzten größeren Bäume am Bahndamm. „Ein Ding der Unmöglichkeit, wenn die jetzt auch gefällt würden“, meint der gelernte Gärtner Wilhelm
Peterka. „Wir müssen das Grün an der Bahnstrecke regelmäßig zurückschneiden“, erklärt
Angelika Theidig von der Deutschen Bahn AG Hamburg. Gleichzeitig habe man in Eilbek den Boden am Bahndamm sondiert, um dessen Beschaffenheit festzustellen und welche Leitungen darin eventuell verlaufen.
Vorbereitende
Maßnahmen
„Das sind vorbereitende Maßnahmen für den Lärmschutz“, so die Bahnsprecherin. Konkrete Pläne für den Bau der Lärmschutzwände gebe es noch nicht. Unklar sei auch, wann und auf welcher Länge es losgeht.
Fahrgäste wie Anwohner würden dann natürlich über die Bauarbeiten und die Auswirkungen auf Fern- und S-Bahnverkehr informiert, verspricht Theidig. Wilhelm Peterka und seine Nachbarn sehen den erneuten Bahnarbeiten mit gemischten Gefühlen entgegen.
Neben Baulärm ab dem frühen Morgen befürchten sie auch Belästigungen durch einen möglichen Busersatzverkehr auf der Hasselbrookstraße.
Nicht zuletzt könnten die Lärmschutzwände zum Anlass genommen werden, die Mieten für die Wohnungen am Bahndamm zu erhöhen. Und die sind derzeit sehr niedrig.
„Ich will hier nicht mehr raus“, erklärt Peterka. Er lebt seit 45 Jahren in der Wohnung, kann sich noch an die letzten Dampfloks in den 1970er Jahren erinnern. Und an den Lärm der Züge alle vier bis fünf Minuten habe er sich längst gewöhnt, sagt er.
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