Bald alles neu am Ehrenmal?

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Den Granit-Soldaten (Sockel: „Unseren gefallenen Kameraden 1914 – 1918“) schuf Bildhauer Karl Schurig 1935; die Nase ging irgendwann verloren Foto: tel

Arbeitskreis und Heimatverein stoßen Diskussion für Umgestaltung und Sauberkeit an

Bramfeld Ein martialisches „Kriegerdenkmal“ und zwei Gruppen, die sich darum kümmern wollen: Es geht um das Bramfelder Ehrenmal von 1935 für die Opfer des Ersten Weltkrieges am kleinen Bramfelder See („Alter Teich“). Der Arbeitskreis „Denk-mal“ um den Rentner Detlef Hartmann (67) möchte am liebsten den überlebensgroßen Granit-Soldaten aus der Nazi-Zeit („heldenhaft und kriegsverherrlichend“) ersetzen, zumindest aber den Platz umgestalten – Hartmann: „Wo sich früher gelegentlich Neonazis getroffen haben, wollen wir einen Platz zur Trauer um die Opfer des Faschismus, für Frieden und Völkerverständigung schaffen.“ Ihr Anliegen hat die Gruppe der Bezirksversammlung auch schon kundgetan, bekam aber erst mal „Hausaufgaben“ auf, bevor es Unterstützung und eventuell auch Geld geben kann. Ortwin Schuchardt, Fachsprecher Kultur der Wandsbeker SPD-Fraktion: „Die Gruppe muss die Bramfelder Bevökerung stärker einbeziehen, am besten auch noch Kontakte zu Schulen herstellen. Dann stehen wir dem Anliegen durchaus positiv gegenüber.“

Auch Heimatverein dabei


Inzwischen will sich auch der Bramfelder Heimatverein „up ewig ungedeelt“ dem Ehrenmal widmen. Vorsitzender Peter Lüth (70): „Die Ecke ist idyllisch, lädt zum Picknicken ein. Wir wollen künftig verhindern, dass sie immer wieder zugemüllt wird.“ Offiziell gibt es keine Kontakte zur Hartmann-Gruppe. Lüth: „Die sind politisch, wir verstehen uns als unpolitisch.“ Der Bramfelder Regionalausschuss begrüßte jüngst das Engagement des Heimatvereins. Hartmann will innerhalb von zwei Jahren einen Workshop und möglichst auch einen Ideenwettbewerb zur Umgestaltung auf die Beine stellen. Diese Terminplanung hält der Bezirksabgeordnete Schuchardt für „sehr ehrgeizig“: „In Hummelsbüttel hat die Umgestaltung des Ehrenmals immerhin zehn Jahre gedauert.“ (tel)
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