Banken-Stresstest à la Rahlstedt

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Symbolfoto: thinkstock

Drogen- und Trinkertreff am Heckende: Wie Rot-Grün ein Problem im zweiten Anlauf erkannte

Von Michael Hertel
Hamburg. Einen skurril anmutenden Streit um Parkbänke gab es auf der letzten Sitzung des Regionalausschusses vor der Sommerpause. Es ging dabei nicht – wie üblich – um das Aufstellen von Freiluftmöbeln, im Gegenteil: CDU und SPD/Grüne überboten sich gegenseitig in der Absicht, Parkbänke in der Grünanlage am Heckende zu entfernen.

Anwohnerbeschwerden

Aber von vorn: „Wir erhielten mehrere Beschwerden von
Anwohnern, dass am Heckende an zwei schlecht einsehbaren Parkbänken immer wieder Trinkgelage und auch Drogenkonsum stattfänden“, berichtete Claudia Folkers, stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende der Bezirksversammlung Wandsbek. Daraufhin brachten die Christdemokraten einen Antrag in den Regionalausschuss ein, diese beiden Parkbänke zu entfernen. Das stieß bei SPD und Grünen zunächst auf Ablehnung – SPD-Regionalsprecher Michael Ludwig-Kircher: „Der Seniorenvertreter sprach sich gegen den Abbau aus, und bei der Polizei war von Vorkommnissen nichts bekannt.“ Schließlich einigte man sich, vor einer Entscheidung erst mal die Grillsaison abzuwarten. Und siehe da: „Es war wohl doch mehr los, als die Polizei zunächst vermutet hatte“, sagte Ludwig-Kircher dem Wochenblatt. Ein Polizeisprecher berichtete gar von drei Beschwerden und einer Drogenanzeige. Nun sah die CDU die Chance, ihren Antrag erneut einzubringen – frei nach dem Motto: „Haben wir doch gleich gesagt“. Doch da machten Folkers & Co. die Rechnung ohne die Mehrheit, denn SPD und Grüne brachten nun einen eigenen Antrag ein mit dem Ziel, alle sechs in dem Park befindlichen Bänke zu entfernen.
Ludwig-Kircher: „Es gab Beschwerden aus einem benachbarten Seniorenhaus. Wenn man von sechs Bänken vier stehen lässt, bietet man ja gleich einen alternativen Treffpunkt an. Also sollen alle Bänke weg.“ Gesagt, getan: Der CDU-Antrag (zwei Bänke entfernen) wurde von der Mehrheit abgelehnt, der Antrag von SPD und Grünen (sechs Bänke entfernen) angenommen. Kleiner Trost für Freunde des Rastens – Ludwig-Kircher: „Die Bänke werden im Rahmen des Bänkeprogramms sicherlich an anderer Stelle in Rahlstedt wieder aufgestellt.“
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 07.07.2015 | 21:05  
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