Barsbütteler „Besuchsfreunde“ schenken Lebensfreude

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Jutta Bahnsen und Jutta Viktorin gehören zu den Barsbütteler Besuchsfreunden Foto: Möller

Ehrenamtliche bringen Abwechslung in den Alltag älterer Menschen. DRK sucht weitere Mitstreiter gesucht

Von Christa Möller
Barsbüttel
Jutta Bahnsen ist eine „Besuchsfreundin“: Regelmäßig geht die 77-Jährige im Rahmen des Besuchsdienstes vom DRK-Ortsverein Barsbüttel zu einer mehr als 80-jährigen Schwerbehinderten im Ort, mit der sie besonders gern draußen unterwegs ist. „Sie liegt gerade im Krankenhaus, da will ich nachher noch hin“, sagt die ehemalige Büroangestellte, die sich schon seit 1973 beim DRK im Ort engagiert. Sie ist im Vorstand aktiv, leitet die Bewegungsgruppen und betreut zwei Tanzgruppen. Außerdem gehört sie zu den Aktiven beim monatlichen Suppentag. Ihr Mann Albert hat den DRK-Ortsverein 1973 mitgegründet und hilft dort gern aus, wenn er gebraucht wird. 480 Mitglieder hat der Ortsverein, sie stammen aus allen Ortsteilen.

Spaß und Zerstreuung


Jutta Viktorin war Krankenschwester und ist „noch ganz jung beim DRK“. Erst vor zwei Jahren dazugekommen besucht sie jetzt eine 83-jährige Willinghusenerin, mit der sie besonders gern „Mensch ärgere dich nicht“ spielt: „Ich hätte vorher nicht gedacht, dass das solchen Spaß bringt.“ Außerdem verteilt die 73-Jährige Kuchen bei DRK-Veranstaltungen. Ihr Mann hilft ebenfalls gern beim DRK, wenn kräftige Arme benötigt werden. Der gemeinsame Weg zum Wochenmarkt, der Klönschnack oder Spaziergänge – was auf dem Programm steht, entscheiden Besuchte und Besucher gemeinsam. Meistens sind es allein lebende Menschen, die sich über Zerstreuung im Tageslauf freuen. „Die Kinder sind häufig berufstätig, der Elternteil dann oft den ganzen Tag allein.“ Zuvor gab es schon mal einen Besuchsdienst unter dem Dach der Kirche, dieser sei jedoch mangels ehrenamtlicher Kräfte wieder eingeschlafen. Vor drei Jahren hatte der DRK Landesverband in Kiel dazu aufgerufen, seitdem gibt es in Barsbüttel die „Besuchsfreunde“, die etwas Abwechslung in das Leben alleinstehender und/oder gehandicapter Menschen in der Gemeinde bringen.Sieben Frauen und ein Mann im Alter von Mitte 60 bis Anfang 80 sind durchschnittlich einmal wöchentlich etwa zwei Stunden vor- oder nachmittags im ehrenamtlichen Einsatz, eine Besuchsfreundin fährt sogar regelmäßig ins benachbarte Jenfeld. Eingangs gab es für alle ein Tagesseminar in Bad Segeberg. Derzeit hofft Jutta Bahnsen auf eine spezielle Schulung zum Thema Demenz, die sie für Interessierte beim Landesverband in Kiel angeregt hat. Beim DRK ist Jutta Bahnsen die „Ansprechpartnerin für vieles.“ Ihre Freizeit genießt sie ansonsten gern mit ihrer Familie.

Reinschnuppern möglich


Wenn sich Angehörige, die Sozialstation oder Interessierte selbst bei Jutta Bahnsen melden, überlegt sie, wer aus der Gruppe die Aufgabe übernehmen könnte und begleitet denjenigen beim ersten Besuch. Aber nicht immer passen die Besuchsfreunde zusammen – die Chemie muss natürlich stimmen. Jutta Viktorin sagt: „Alle sechs Wochen treffen wir uns, erzählen, was uns alles widerfahren ist – ganz viel Nettes, aber auch Probleme.“ Nicht zuletzt dieser Austausch trägt die Gruppe. „Es tut gut, ich freue mich darüber, dass wir uns gefunden haben“, stellt Jutta Viktorin fest. Sie engagiert sich zusätzlich beim Geburtstagsdienst der Kirche und hilft dort auch bei Festen. Entspannung findet sie bei der Gartenarbeit und langen Spaziergängen mit ihrem knapp zweijährigen Terrier-Mix Chico. Am Mittwoch, 26. Oktober, treffen sich die Besuchsfreunde um 17 Uhr wieder beim DRK im Waldenburger Weg 2.

Wer Lust hat, bei den Besuchsfreunden mitzumachen, hat hier eine gute Gelegenheit zum Reinschnuppern und erfährt ansonsten Näheres bei Jutta Bahnsen unter Telefon 040 / 670 03 36. Für November planen die Besuchsfreunde übrigens erstmals ein Treffen gemeinsam mit „ihren“ Senioren.
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