Barsbüttels Rathaus unter Sanierungszwang

Anzeige
Das Verwaltungsgebäude stammt aus den 1970er Jahren Foto: Möller

Erstes Sanierungskonzept soll Ende des Jahres stehen

Von Christa Möller
Barsbüttel
Das Rathaus ist in die Jahre gekommen. 1975 im Zuge der Zusammenlegung von Barsbüttel, Willinghusen, Stellau und Stemwarde erbaut und 1984 erweitert, entspricht es längst nicht mehr heutigen Ansprüchen. Eine Brandschutzbegehung vor sechs Jahren ergab erhöhte Brandlasten, wie Barsbüttels stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Böckmann erläutert.
Die Verkleidung der Gebäudedecken musste daraufhin entfernt werden, seither rieselt in einigen Bereichen gelegentlich Schmutz auf die Schreibtische der Mitarbeiter. Neben fünf Awo-Flüchtlingsbetreuern sind 46 Verwaltungsmitarbeiter im Rathaus tätig, dessen Saal abends nicht mehr benutzt werden darf. „Wir mussten zusätzlich Brandschutzhelfer ausbilden“, sagt Bauamtsleiterin Rita Dux. 2012 waren für die Funktionalitätsherstellung des Hauses rund viereinhalb Millionen Euro veranschlagt worden. „Die Erweiterung des Raumprogramms war in dieser Planung noch nicht enthalten“, betont Böckmann, der zugleich Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses ist. „Man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die ursprünglich veranschlagte Summe nicht ausreichen wird.“ Rita Dux ergänzt, dass „die Sanierung am Ende vielleicht sogar noch mehr kosten wird als Abriss und Neubau.“ 1.650 Quadratmeter groß ist das Gebäude – zuzüglich Keller.

Umfangreiche Maßnahmen


Die komplette Heizungsanlage muss erneuert werden, die Wärmedämmung der Vorhang-Fassade lässt zu wünschen übrig und einige Mitarbeiter hängen als Schutz vor Zugluft Decken vor die undichten Fenster. Viele Büroräume sind zudem ungünstig geschnitten, Datenschutzauflagen in Bereichen des Einwohnermeldeamtes wie Einzelbüros anstelle von Doppelarbeitsplätzen gilt es umzusetzen. Wirklich barrierefrei ist der Zugang zum Rathaus(-saal) auch nicht.Die dritte Rathausetage, eine ehemalige Wohnung, darf von Besuchern nicht mehr betreten werden, weil die Fluchttüren nicht breit genug sind. Nachdem die Idee eines Neubaus infolge eines Bürgerentscheids im vorigen November verworfen wurde, gilt es nun unter anderem, die Statik bezüglich einer Aufstockung zu prüfen, denn etwa 150 Quadratmeter Büroraum fehlen und Platz für einen Anbau gibt es nicht. Derzeit laufen weiterführende Gespräche mit dem beauftragten Büro „ams architekten“ aus Hamburg. Teilweise herrscht resignierte Stimmung im Rathaus. Bis zum Jahresende soll jetzt das erste Sanierungskonzept stehen. Wenn die Politiker zustimmen, könnten nach den Sommerferien 2017 die ersten Handwerker aktiv werden, hofft der stellvertretende Bürgermeister. Während des laufenden Betriebes sei die Sanierung kaum möglich, weshalb die Gemeindevertretung beschlossen habe, Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe anzumieten. „Es soll ja ein funktionsfähiges Rathaus erhalten bleiben“, betont Rita Dux.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige