Baugelände Beim Farenland: Vorwürfe gegen Verwaltung

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Das umstrittene Bauprojekt in Farmsen-Berne Foto: Glitz

Anwohner in Farmsen-Berne reichen Dienstaufsichtsbeschwerde ein

Von Rainer Glitz
Farmsen-Berne
„Modernes Wohnen für junge Familien“ versprechen die Schilder auf dem Baugelände Beim Farenland 42 – 46 an. Insgesamt 12 Doppelhaushälften und drei Einfamilienhäuser mit Wohnflächen zwischen 120 und 142 Quadratmetern werden potenziellen Käufern angepriesen. Wo jetzt das neue Wohnquartier entsteht, befand sich vor einem guten Jahr noch ein kleiner Urwald. 25 Jahre lang blieb das fast 5.500 Quadratmeter große Grundstück sich selbst überlassen, dann sollte es bebaut werden. In der Nachbarschaft gründete sich eine Bürgerinitiative, um sich für eine maßvolle Bebauung des Areals einzusetzen. Letztlich wurden die Pläne der Investoren umgesetzt. Dabei habe die Bezirksverwaltung mehrfach das Recht verletzt, meint die Bürgerinitiative. „In welch erschreckendem Ausmaß sich die Behörde dabei über geltendes Recht hinwegsetzte, Unterlagen manipulierte und Informationen zurückhielt, wurde bei der aufwändigen Aufarbeitung der Vorgänge immer deutlicher“, so Sabine Thiel, eine betroffene Nachbarin des Bauvorhabens. Mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und leitende Mitarbeiter will die Initiative nun Licht ins Dunkel bringen.
Konkret wirft sie dem Bezirksamt Wandsbek vor, es habe kein ausreichendes Gutachten zum Natur- und Artenschutz vor der Rodung erstellen lassen. Es sei dann die Fällung von mehr als 60 alten und überwiegend geschützten Bäumen ohne Nachpflanzungen genehmigt worden. Außerdem habe das Bezirksamt großzügige Befreiungen für die Bebauung erteilt.
Mit den neun Häusern, Zufahrten und Parkplätzen sei doppelt so viel Fläche bebaut worden wie erlaubt, rechnet die Bürgerinitiative vor. Nutznießer seien die Investoren, deren Wünsche fast ohne Änderungen erfüllt wurden, so ihr Vorwurf. Auf Nachfrage habe das Bezirksamt schließlich auch noch Informationen verweigert. „Wir setzen darauf, dass die Dienstaufsichtsbeschwerde Aufklärung darüber bringt, warum sich das Bezirksamt in so krasser Weise über Gesetze hinweggesetzt hat“, so Sabine Thiel. Das Bezirksamt Wandsbek bestätigte, dass die Beschwerde eingegangen ist. Mit der für die Bezirke zuständigen Staatsrätin Elke Badde beginne jetzt der Austausch. Noch will sich die Verwaltung nicht zu den Vorwürfen äußern.
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