Bauland hier? Nein, danke!

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Susanne Lescow (l.) und Michelle Pucci zeigen auf den Sportplatz, für dessen Erhalt sie kämpfen Foto:güb

Eltern kämpfen um Sportplatz an der Schule. Schulverband ist irritiert

Von Günther Brockmann
Stapelfeld. Direkt hinter der Grundschule Stapelfeld am Von-Eichendorff-Weg liegt ein Sportplatz, der seit vielen Jahren von den Schülerinnen und Schülern für den Sportunterricht genutzt wird. „Ob Fußballspielen oder Leichtathletik – der Sportplatz ist ideal für alle sportlichen Betätigungen und er liegt direkt vor der Schultür. Jetzt machen sich die Eltern große Sorgen, dass dieser Sportplatz für die Schule bald nicht mehr zur Verfügung steht, denn die Gemeinde Stapelfeld will dort bauen. Das wollen wir mit allen Mitteln verhindern“, betont mit Nachdruck Susanne Lescow, Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule.

19 Bauplätze geplant

Stapelfelds Bürgermeister Jürgen Westphal hatte auf der jüngsten Einwohnerversammlung in Stapelfeld öffentlich den Entwurf des B-Plans 5 vorgestellt. Danach will die Gemeinde ihren Teil des Sportplatzes an der Grundschule als Bauland nutzen. Beabsichtigt ist, dort
19 Bauplätze auf den 11.000 Quadratmetern Gemeindeland auszuweisen, um den Bedarf an Bauland in der Gemeinde Stapelfeld zu decken. Die restlichen rund 2.500 Quadratmeter, die vom Sportgelände übrig bleiben, gehören dem Schulverband und sollen weiterhin als Restsportplatz genutzt werden.
Olaf Beber, Bürgermeister der Nachbargemeinde Brunsbek und Vorsteher des Schulverbandes, der aus den Gemeinden Stapelfeld, Brunsbek und Braak besteht, wurde von den Bauabsichten seines Bürgermeisterkollegen Westphal überrascht. Für ihn ist die Aufrechterhaltung des Sportbetriebes der Grundschule auf einem intakten Sportplatz von großer Bedeutung.
„Wir haben jetzt schon mit Nachbarn, die rund um den Sportplatz wohnen, genügend Probleme, die sich darüber beschweren, dass die Kinder auf dem Sportgelände nachmittags auch noch aktiv sind. Wie soll das denn erst aussehen, wenn eine neue Bebauung direkt neben Schule und Restsportplatz erfolgen soll. Das geht doch gar nicht“, erklärt Michelle Pucci, Schulelternbeiratsvorsitzende der Grundschule Stapelfeld.
Sie ist sich mit Susanne Lescow auch einig darüber, dass der Vorschlag der Gemeinde, den Sportunterricht der Grundschule auf den zweiten Stapelfelder Sportplatz Am Drehbarg zu verlegen, wenn die Gemeinde ihr Bauprojekt realisieren will, nicht zu akzeptieren ist. „Die Schulkinder müssten rund 20 Minuten laufen, um diesen Sportplatz zu erreichen. Die Schulstunde dauert 45 Minuten. Da ist das absolut keine Lösung“, meinen die beiden Elternvertreterinnen.

Sportverein unterstützt die Eltern

Auch der VSG Stapelfeld springt ihnen beim Kampf um den Erhalt des Sportplatzes an der Grundschule zur Seite. Der Sportverein nutzt den Platz für den Breitensport, um dort mit Erfolg für das Sportabzeichen zu trainieren und dort die Prüfungen für das Sportabzeichen jedes Jahr abzunehmen. Der Landessportverband Schleswig-Holstein hat dem Verein für Sport- und Gemeinschaftspflege (VSG) für seine Verdienste um das Sportabzeichen in diesem Jahr eine besondere Auszeichnung verliehen.
„Wir werden dafür kämpfen, dass unser Sportplatz an der Grundschule erhalten bleibt. Für uns zieht das Argument, dass die Gemeinde Bauplätze für den Eigenbedarf der Bürger braucht, nicht. Schaut man auf die Nachbargemeinden, wo auch Bauland für die Bürger der Gemeinde geschaffen wurde, konnte man feststellen, dass die meisten Bauherren aus der Großstadt Hamburg kamen“, argumentieren die beiden Kämpferinnen für den Sportplatz an der Grundschule.
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