„Bei Bienen lernt man nie aus“

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Uwe Schulz, li., und Eckard Rehbein sind Imker aus Leidenschaft. Die Bienenkörbe im Hintergrund sind übrigens nur Dekoration, heute werden Bienenkästen verwendet. Foto: Christa Möller

Die Imkerei – mehr als ein Hobby

Von Christa Möller
WANDSBEK. Eine Bienenseuche verdirbt derzeit manchem Imker die Laune: Nachdem in einigen Bienenständen die Amerikanische Faulbrut festgestellt worden war, sind die Bezirke Wandsbek, Ohlsdorf und Dulsberg von den zuständigen Bezirksämtern zu Sperrgebieten erklärt worden. „Das ist eine ganz alte Bienenkrankheit, die seit Jahrhunderten existiert“, weiß Imker Eckard Rehbein aus Tonndorf, der im Imkerverein Rahlstedt aktiv ist. Wegen der Seuche musste kürzlich der Imkerflohmarkt im Botanischen Sondergarten Wandsbek abgesagt werden. Für Menschen ist die Bienenkrankheit übrigens ungefährlich, auch der Honig befallener Bienenvölker ist für Menschen unschädlich. Deutsche Imker decken den Bedarf im Land nur zu etwa 20 Prozent, der Rest ist Einfuhrhonig. Uwe Schulz, Vorsitzender des Imkervereins Hamburg-Süd, erinnert sich daran, dass die Seuche in den 50er und 60er Jahren, als noch ein großer Honigfabrikant im Bezirk ansässig war, besonders intensiv aufgetreten ist. „Da haben sich die Bienen den Honig aus den Fässern geholt.“
Heute infizieren sich die Bienen oft durch kontaminierte Honigreste aus Gläsern in Glascontainern. Eckard Rehbein ergänzt: „Die Bienen haben einen Putztrieb und kommen mit der Seuche bis zu einem gewissen Grad zurecht.“ Aber einige Völker seien schon durch Varroa-Milben geschwächt, und dann schlage die Faulbrut wieder zu. Die nachfolgende Brut verfault in den Waben. Immerhin können die Bienenstände mit Ätznatron saniert werden, während sie früher verbrannt werden mussten.
Bienenhaltung ist aktiver Naturschutz und ein Hobby, das auch auf Balkon oder Dachgarten realisiert werden kann. Königinnenzüchter Eckard Rehbein ist auf die Rasse „Carnica“ spezialisiert: „Das sind umgängliche „urbane“ Bienen. Die sanftmütigen Tiere sind nicht angriffslustig und ideal für die Haltung im städtischen Bereich. Uwe Schulz und Eckard Rehbein bieten jährlich Anfängerkurse an. „Wir haben Jungimker zwischen acht und achtzig“, sagen die beiden. „Die Anschaffungskosten liegen bei etwa vier- bis fünfhundert Euro für Bienen und Beute und wenn es klappt, amortisiert sich der Einsatz nach zwei Jahren.“ Die Anfänger, die bei ihren ersten Schritten von sogenannten Paten begleitet werden, müssen bei acht bis zehn Völkern mit einem zeitlichen Einsatz von etwa zwei Stunden rechnen. „Es kann zehn Jahre dauern, bis man es perfekt kann“, meint Uwe Schulz und Eckard Rehbein stellt fest: „Bei Bienen lernt man nie aus – auch wir nicht.“

Uwe Schulz, Tel.: 660798, und Eckard Rehbein, Tel.: 6665426, beraten Interessierte gern und nehmen auch schon Voranmeldungen für den nächsten Anfänger-Lehrgang im Frühjahr 2013 entgegen. Wer sich für die Bienenzucht interessiert, bekommt nähere Infos unter www.imkerwerden.de sowie www.deutscherimkerbund.de
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