Bei Integration am Ball

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Stimmung am Ende der Sport und Spaß-Stunde Foto: rdm

Meiendorfer Jugendliche trainieren mit Flüchtlingen vom Bargkoppelstieg

Von Reinhard Meyer
Meiendorf
„Sport und Spaß“ – also Fußball – am Donnerstagabend in der Sporthalle der Schule Wildschwanbrook: Wie immer hat der Jugendclub „Mittendrin“ dazu eingeladen. Fünferteams aus Syrien, Afghanistan und „Meiendorf“ tragen jeweils sieben Minuten Fußball-Wettbewerbe aus. Zu sehen ist Kicken auf durchaus ansehnlichem Niveau. Da wird gedribbelt, geköpft, gekontert, mit links der Ball angenommen und mit rechts gespielt und da wird aufs Tor „gehämmert“.
Alle Spieler gehen hart in Zweikämpfe, aber es gibt kein Foul und so braucht es keinen Schiedsrichter. Die Spieler vertrauen sich. Fußball heißt die internationale Sprache, und wer die Regeln beachtet, kann sich mit seinen Mitspielern verständigen. Seit 19 Jahren hält der Jugendclub Mittendrin das „Sport und Spaß“-Angebot für alle Jugendlichen in Meiendorf bereit. Von der Bürgerinitiative „Meiendorf hilft“ angeregt, wollte die Diplompädagogin Yeaung-A Anna Kim dieses Angebot für junge Flüchtlinge öffnen. „So kann der Jugendclub einen Beitrag zu ihrem Willkommen leisten“. Über den Dolmetscher Mohamed Djebbi, ein Meiendorfer tunesischer Herkunft, konnte Kontakt zu den Flüchtlingen im Bargkoppelstieg hergestellt werden.
Das erste gemeinsame Fußballspiel „Meiendorfer gegen „internationale Konkurrenz„ drohte zu scheitern. Mehrere Meiendorfer, selbst mit familiärem Migrationshintergrund, verließen protestierend die Sporthalle. „Sie hatten klischeehafte negative Vorstellungen über die Flüchtlinge“, so Yeaung-A Anna Kim. Sie lief ihnen nach, diskutierte mit ihnen. Danach waren sie dann doch bereit, zum ersten gemeinsamen Spiel mit den Flüchtlingen anzutreten.
Die Resonanz heute: Der Meiendorfer Schüler Schekeb, afghanischer Herkunft: „Wir sind wichtig für die Flüchtlinge und können so einen Beitrag für ihre Integration leisten“. Alle diese jungen Flüchtlinge fühlen sich offenbar in Deutschland willkommen. Sie bringen von Afghanistan und Syrien mehrjährige Fußballerfahrung mit – sie wollen bei den nächsten „Sport und Spaß“-Stunden wieder dabei sein. Fußball soll auch ihr Hobby in Deutschland sein. Sie blicken hoffnungsvoll in ihre Zukunft.
Ramin und Mahdi – beide aus Afghanistan – wollen Schneider und Friseur werden. Raaft aus Syrien will Häuser bauen und Landsmann Mohammad Verkäufer für Oberbekleidung werden. Dazu Mohamed Djebbi: „Beim ersten Spiel mit den Deutschen waren meine afghanischen und syrischen Freunde noch ziemlich unsicher. Jetzt sind sie sehr glücklich, mit den Meiendorfern gemeinsam in einer schönen Halle richtig guten Fußball zu spielen.“
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