Berner Wald hat einen Notfall-Treffpunkt

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Der neue Notfall-Treffpunkt am Berner Wald. Verlaufen ist im Berner Wald schwer, aber in größeren Wäldern kann die „Hilfe im Wald“ lebensrettend sein Foto: tel

Hamburg macht mit beim „Notpunkt-System“. Kostenlose App für Smartphones

Von Michael Hertel
Berne
Nein, im Berner Wald kann man sich eigentlich nicht verlaufen. Dennoch gibt es auch dort jetzt das rot-weiße Hinweisschild eines „Notfall-Treffpunkts“. Das ganze System wurde eigentlich für die Forst- und Holzwirtschaft erfunden und kann sogar per Smartphone von jedem als kostenlose App heruntergeladen werden. „Auslöser war ein von der hessischen Forstverwaltung ausgeschriebener Wettbewerb für eine Natur-App“, berichtet Matthias Nagel, Leiter Vertrieb und Marketing beim Kasseler Spezialisten für Geoinformatik, der Firma Intend, die das System „Hilfe im Wald“ zusammen mit Kooperationspartnern entwickelt hat. Ursprünglich sei es vor allem um schnelle Hilfe für Waldarbeiter gegangen, berichtet Nagel: „Waldarbeiter ist der gefährlichste Beruf in Deutschland“. Mit Hilfe der Notfall-Treffpunkte – in Deutschlands Forsten (rund 11 Mio. Hektar) gibt es inzwischen mehr als 50.000 davon – finden Polizei, Feuerwehr oder Rettungswagen schnell zum Ziel. Und Dank des von der App abrufbaren hinterlegten elektronischen Kartenmaterials haben inzwischen auch Wanderer, Reiter, Jogger und Biker die Vorzüge des Systems entdeckt: Die Punkte stehen an robusten Pfählen zur analogen Orientierung in der Landschaft oder lassen sich per Smartphone sozusagen digital in die Tasche stecken – bisher allerdings nur für Android- und Windows-Geräte, Apple kommt spätestens im September dran. So kann man bei Orientierungsproblemen sein Smartphone konsultieren oder bei einem Reitunfall im Grünen die Retter selbst zum Unfallort dirigieren. „Ich habe schon Dankesbriefe von Menschen bekommen, weil sie sich jetzt im Wald sicherer fühlen“, berichtet Nagel. Es gebe bereits rund 75.000 Downloads insgesamt und etwa 28.000 Aufrufe im Monat.

Feuerwehr begrüßt das System


Hamburg ist im System übrigens ein Nachzügler: Bis auf Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gibt es die „Hilfe im Wald“ schon überall in Deutschland – und zwar nicht nur in den Staatsforsten. Auch viele Gemeinde- und Privatwälder sind mit Rettungspunkten ausgestattet, die von Behörden, aber auch Natur- und Wandervereinen gesammelt und an das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik in Groß-Umstadt (Hessen) gemeldet werden. Auch Hamburgs Feuerwehr kennt die Vorteile des Systems: „Der Anrufer erklärt nicht mehr, er stehe im Wald sondern gibt einfach die Nummer des Rettungspunktes durch. Dann wissen wir genau, wohin es geht“, so Sprecher Werner Nölken. Rund 200 solcher Punkte liefert jetzt die Hansestadt an das System – beim nächsten App-Update sollen sie auch auf dem Smartphone erscheinen.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 11.08.2016 | 07:25  
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