Beton soll Dioxolan-Spritzer abdecken

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An der alten Produktionshalle wurden Abbrucharbeiten vorgenommen. Dabei liefen rund 100 Liter Chemikalien aus Foto: Kuchenbecker
 
Oliver Schweim, Sprecher der Grünen im Wandsbeker Planungsausschuss, ging der Beschwerde von Anwohnern nach Foto: Kuchenbecker

Nach Unfall im alten Chemie-Werk Allnex in Wandsbek werden stinkende Reste überzogen

Von Nicole Kuchenbecker
Wandsbek
Es stinkt noch immer. Zeitweise. Immer dann, wenn der Wind aus der falschen Richtung kommt, kann man einen leicht süßlichen Geruch an der Helbingstraße wahrnehmen. Im Chemie-Werk Allnex war vor gut vier Wochen eine Chemikalie ausgelaufen, die seit Jahren in einem nicht mehr genutzten Kessel schlummerte (wir berichteten). Bei den damaligen Reinigungsarbeiten der Kessel war dieser anscheinend übersehen worden. Als jetzt bei Abbrucharbeiten an einer alten Produktionshalle der Reaktionskessel herausgehoben wurde, ging dieser kaputt. Anwohner klagen noch immer über beißenden Geruch, der mal mehr, mal weniger schlimm auftreten würde. Die Fachbehörde Energie und Umwelt (BUE) schätzt die Geruchsschwelle als niedrig ein. Sprecher Jan Dube: „Die Geruchsschwelle der für die Belästigungen mutmaßlich ursächlichen unterschiedlich substituierten Dioxolane ist extrem gering und dürfte im Nanogramm-Bereich liegen; das heißt, dass der jetzt noch wahrnehmbare Geruch vermutlich durch einzelne Spritzer im Umfeld der Schadensstelle verursacht wird, auch wenn vor Ort nichts zu sehen ist.“ Vor gut vier Wochen war die Geruchsbelästigung zum ersten Mal aufgetreten. Anwohner aus Hinschenfelde wandten sich daraufhin an Politik und Behörde. Auch Oliver Schweim, Sprecher der Grünen im Planungsausschuss, ist der Beschwerde nachgegangen. „Seit den Gerüchten um eine eventuelle Werkschließung 2013 beobachten wir sehr genau, was dort passiert und sind dabei immer für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar“, so der Politiker. Er selbst schaute sich zwischenzeitlich mehrfach die Situation vor Ort an. Auch er fragte bei der Umwelt-Behörde nach; lobte die Handhabung des Problems durch die BUE. Die hatte zwischenzeitlich einen Mitarbeiter in das Wandsbeker Chemie-Werk geschickt, um sich ein Bild von dem Vorfall zu machen.

Personen nicht gefährdet


„Es wurden keine Arbeiter oder andere Personen beeinträchtigt“, sagte Dube auf Wochenblatt-Anfrage weiter, „der Baggerführer war alleine vor Ort und befand sich in einer geschlossenen Kabine.“ Eine Probe von den ausgelaufenen Substanzen zog das Umweltamt nicht. Dube: „Es wurde von der Behörde keine Probe gezogen, da die Herkunft der Substanzen unstrittig war. Es sind Reste aus der Polyesterproduktion; bei den geruchsaktiven Substanzen handelt es sich um unterschiedlich substituierte Dioxolane.“ Und obwohl der Container mit dem eindeutig verunreinigten Bauschutt mittlerweile extern entsorgt wurde, riecht es weiter. Das soll sich aber schon in den nächsten Tagen ändern, dann, wenn zwei rinnenförmige Bereiche, auf die eventuell Spritzer der Flüssigkeit gelangt sein könnten, einige Zentimeter ausgehoben und mit Beton verfüllt worden sind. Dube zeigt sich optimistisch: „Es ist zu hoffen, dass die Situation in der nächsten Woche nach der Verfüllung der rinnenförmige Bereiche im Untergrund endgültig bereinigt ist. Sollte dieses nicht der Fall sein, müssen gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergriffen werden.“

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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 12.10.2016 | 11:44  
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