Betrug mit Rolex-Uhren ging in die Hose

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Foto: Michael Berger/Pixelio

Bauarbeiter aus Tonndorf vor Gericht

Wandsbek/Tonndorf. Erst hatte er Pech. Dann wollte er aus dem Pech durch einen Betrug doch noch sein Glück machen. Das aber ging gründlich in die Hose. Bauarbeiter Denis K. (32, Name geändert) aus Tonndorf muss sich deshalb vor dem Amtsgericht Wandsbek verantworten

.
Das Pech des Angeklagten: Diebe waren in seine Wohnung eingebrochen. Sie hatten die Räume durchwühlt und einige Wertgegenstände mitgehen lassen. Der Schaden wurde von der Axa-Versicherung ersetzt.
Doch der arbeitslose Bauerbeiter, empört über den Einbruch, wollte mehr Geld aus dem Schaden herausschlagen. Deshalb log er der Versicherung vor, ihm seien bei dem Einbruch auch zwei Rolex-Daytona-Uhren gestohlen worden. Ihr Wert: rund 28000 Euro. Ein verstorbener Onkel habe ihm die teuren Uhren vermacht.

Am 4. Juni geht es weiter

Diese Aussage langte der Versicherung nicht. Sie verlangte von Denis K. Urkunden über die Echtheit der Uhren. Denis K. konnte als Eigentumsnachweis aber nur ein Foto vorweisen, das einer seiner Freunde von den Uhren „geschossen“ hatte. Das Foto zeigte jedoch dummerweise zwei gefälschte Rolex-Uhren.
Die Versicherung verweigerte die Zahlung. Denis K. aber ließ nicht locker. Der Betrüger schaltete eine Rechtsanwältin ein und erhob Klage beim Landgericht Hamburg auf Zahlung von 11.375 Euro. Die Anwältin soll ihn bei der Klageerhebung bestärkt haben. Denis K. : „Sie sagte, ich hätte gute Chancen , das Geld zu bekommen.“
Dann aber ging alles schief für den arbeitslosen Bauarbeiter. Das Job-Center hatte „Wind bekommen“ von den Rolex-Uhren. Es meldete sich bei Denis K. und verlangte 2000 Euro an gezahlten Hartz IV-Geldern von dem vermeintlich „reichen Rolex-Besitzer“ zurück. Da erst merkte Denis K., was für eine Dummheit er mit dem versuchten Betrug begangen hatte. Er zog die Klage vor dem Landgericht zurück, wurde dann aber selbst angezeigt.
Vor dem Amtsgericht Wandsbek erklärte er jetzt kleinlaut: „Ich dachte damals, das tut keinem weh. Ich wollte doch nur etwas Geld herausschlagen. Erst jetzt weiß ich, dass ich damit eine Straftat begangen habe.“ Um die Beweislage abzurunden will das Gericht am kommenden Verhandlungstag, 4. Juni, die ehemalige Rechtsanwältin des Angeklagten hören. Der Bauarbeiter muss bei einer Verurteilung mit einer deftigen Geldstrafe rechnen. (je)
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