Bewegung im Insel-Streit

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Die Trenninseln am Mühlenkamp Foto: mdt
Hamburg: Mühlenkamp |

Von Marco Dittmer
Im Streit um die Umbauten am Mühlenkamp ist offenbar eine Lösung in Sicht – ganz klein am Horizont. Fast unbemerkt kündigte die Bezirksversammlung am 20. Dezember an, das von vielen Anwohnern und Initiativen erwartete Ergebnis der Verkehrszählung am Mühlenkamp, vorzustellen. Am 27. März 2017 soll die Studie vorgestellt werden.

Nun also doch: Nach fast einem Jahr soll das Ergebnis der lang erwarteten Verkehrszählung am Mühlenkamp vorgestellt werden. Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschloss, die Initiative "Stopp des Busbeschleunigungsprogramms" in die Sitzung des Regionalausschusses Eppendorf/Winterhude am 27. März einzuladen. Vertreter des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer, die Behörde, die die Zählung in Auftrag gab, sollen ebenfalls anwesend sein.

Das Ergebnis ist brisant. Von ihm hängt ab, ob die umstrittenen Verkehrsinseln am Mühlenkamp zurückgebaut werden. Die Zahl der illegalen Linksabbieger an der kreuzung Gertigstraße Ecke Mühlenkamp und Verkehrszählungen in den Nebenstraßen sollen aufzeigen, wie sich Autofahrer nach der Änderung der Verkehrsführung verhalten. Fahren zu viele von ihnen durch Nebenstraßen oder biegen trotz Verbot Links in die Gertigstraße, sollen laut der Einigung von vor zwei Jahren die Trenninseln zurückgebaut werden.

Erst im November berichtete das Wochenblatt über den Ärger der Autofahrer über einen Stahlpoller auf einer der Verkehrsinseln. Die Polizei hatte diesen installieren lassen, nachdem sein Kunststoff-Vorgänger immer wieder umgefahren wurde. Das Problem: Auch der Stahlpoller wird immer wieder umgefahren. Die Poller am Mühlenkamp sollen das Linksabbiegen in die Gertigstraße verhindern. Anwohner und Gewerbetreibende ignorieren aber laut Polizei das Verbot weitgehend. Beamte haben bei einer Großkontrolle vor Ort in drei Stunden 37 Linksabbiegeverstöße gezählt. Die Zahlen stimmen die Mitglieder der Initiative optimistisch. Sie gehen von Hunderten illegalen Linksabbiegern jeden Tag aus und erwarten einen Rückbau.

Ergebnis verzögert

Warum das Ergebnis fast ein Jahr nach der Erhebung bekannt gegeben wird, bleibt unklar. Auch eine Antwort aus dem Senat gibt kaum Aufschluss: „Die Verkehrszählung erfolgte auf Grundlage eines Rahmenvertrages und ist noch nicht abgerechnet.“
Schon bei der ersten Zählung am 24. März kam es zu einer Panne, da sie am Gründonnerstag durchgeführt wurde. Erst im Nachhinein fiel den Planern auf, dass der Verkehr am Vortag von Karfreitag wohl verzerrt sein könnte. Die zweite Zählung wurde am 14. April durchgeführt. Seitdem warten die Gegner des Umbaus auf die Ergebnisse.
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