Bilder aus der Karibik in Hamburg ausgestellt

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Florian Kirchner eröffnet die Ausstellung und erläutert das Bild des Schamanen, Mickael Caruga

Rahlstedter Galerie zeigt Malerei der Insel Martinique

Von Reinhard Meyer
Hamburg. Die Ausstellung „Zeitgenössische Kunst der Karibik“ zeigt das Kulturcafé Unikat. 80 Bilder von 13 Künstlern aus Martinique sind in der Galerie in der Brockdorffstraße zu bewundern.
Es geht nicht um Darstellungen touristischer Romantik. Die Künstler setzen sich mit der Geschichte ihrer Heimat, der Kultur, den Traditionen, den Menschen, dem Naturerleben auseinander. Der 80-jährige Louis Laouchez zum Beispiel befasst sich mit dem für ihn unbewältigten Konflikt zwischen Weiß und Schwarz auf Martinique. Die Nachfahren der französischen, weißen, unterdrückenden Plantagenbesitzer sitzen heute an den Hebeln der Wirtschaftsmacht – sie haben, so der Vorwurf, die Kultur der Farbigen, die heute in Einfachheit oder Armut leben, zerstört. Louis Laouchez will aber diese Spannung nicht nur darstellen, er sucht die Versöhnung. Rene Louis kommt vom Naturerleben in der Karibik: Seine kreisrunden Bilder gehen von der Rundheit von Erde und Sonne aus. Seine Farben Blau, Türkis, Gold sind so intensiv, dass sie den Betrachter zwingen, sich mit den ornamentalen Abbildungen und Strukturen auseinanderzusetzen. Mickael Caruga stellt einen würdevollen Schamanen dar, offen für das geheimnisvolle Wirken von Natur und Kosmos. Die Bemalungen deuten darauf hin, dass er mit der Kraft des Zaubers begabt ist, mit Einsichten über Leben und Tod. Die künstlerischen Stilrichtungen der Exponate sind vielfältig, abstrakt–symbolistisch, Mischtechnik, Acryl, experimentelle Fotografie. Die farbigen Künstler aus Martinique haben sich im Jahr 2000 im Verein YEHKRI organisiert. Dies ermöglichte ihnen Ausstellungen in Paris und in den USA. Die Kunstszene auf Martinique wird durch portugiesische, spanische, französische, afrikanische, asiatische Einflüsse angeregt. Die Künstler nennen ihre Ausstellung „Expo Agora Mundo“ – Weltstadt. Sie verstehen ihre Kunst daher als universal. Florian Kirchner, Ex-Hamburger mit Wohnsitz in Paris, hat die Ausstellung in Rahlstedt organisiert. Er sagt: „Jetzt wollen wir karibische Kunst nach Deutschland bringen“.

Kulturcafé und Galerie „Unikat“, Brockdorfstraße 92-94, Mittwoch geschlossen
Tel.: 66930960, Die Ausstellung ist bis Ende August zu sehen
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