Bitte nicht pflücken!

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Detlev Kunze pflegt am Straßburger Platz ein Blumenbeet. Er wünscht sich ein wenig mehr Respekt vor der Natur dort Foto: Grell

Ehemaliger Seefahrer bepflanzt Beete auf dem Dulsberg und ärgert sich über Klau

Dulsberg Wenn Detlev Kunze seine Tulpen am Straßburger Platz wässern möchte, dann hat er eine kleine orangefarbende Gießkanne dabei, die er an einem langen Stil befestigt hat. „Dann muss ich mich nicht ständig hinunter bücken“, sagt der 72-Jährige. Sein halbes Leben lang ist Detlev Kunze zur See gefahren, heute ist er im Ruhestand und wohnt auf dem Dulsberg direkt am Straßburger Platz. Untätig herumsitzen wollte er nicht und deshalb hat der ehemalige Seebär sich jetzt einer ganz neuen Aufgabe gewidmet. „Ich bepflanze ein Beet auf dem Straßburger Platz, um hier ein wenig Farbe ins Viertel zu bringen“, erzählt Kunze stolz. Und tatsächlich ist es weit und breit das einzige kleine Fleckchen, das mit seinen bunten Blüten den steinigen Platz verschönt. Fast ein wenig liebevoll betrachtet Detlev Kunze sein Werk, für das er sogar eine Patenschaft beim Bezirksamt übernehmen wollte. „Ich habe angefragt, ob es okay ist, wenn ich hier Blumen auf ein öffentliches Beet pflanze“, sagt der Dulsberger. Es sollte eine Begehung zusammen mit Mitarbeitern des Amtes geben und „ich eine offizielle Patenschaft für das Beet übernehmen“, erinnert Detlev Kunze. Alles gar kein Problem für den Hobbygärtner, der allerdings jetzt seit fast fünf Jahren auf diesen Termin wartet und nebenbei einfach schon mal ganz unbürokratisch weiter für den schönen Anblick am Platz sorgt.

Pflanzen ausgegraben


Ein wenig sauer ist er allerdings über die Leute, die seine Tulpen einfach abpflücken oder sogar deren Zwiebeln ausgraben und mitnehmen. Eine Frau hätte ihn jetzt gefragt, ob sie einen Ableger einer besonders schönen dunkelroten Tulpe bekommen könne, was aber während der Blütezeit gar nicht möglich ist. „Am nächsten Tag war die ganze Pflanze samt Zwiebel ausgegraben“, ärgert sich Kunze über so viel Dreistigkeit. Neben dem Blumenbeet betreut der Rentner auch noch ein paar andere Grünstreifen neben der Kirche und entfernt dort das Unkraut. Die Arbeit macht ihm viel Spaß. Sein großer Wunsch wäre nur noch der Respekt vor den Blumen, „an denen sich doch alle erfreuen sollen“. (kg)
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