Box Dich durch!

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Der Chef der PSD-Bank, Dieter Jurgeit, Musiker Lotto King Karl und Profiboxer Alexander Dimitrenko im Gespräch (v.l.)Fotos: rg

Profiboxer aus Wandsbek leistet ganz persönliche Jugendarbeit

Von Rainer Glitz
Hinschenfelde. Stolze 2,01 Meter misst Alexander Dimitrenko. Mit Jeans, weißem Hemd und grauem Sakko bekleidet betritt der Mann mit dem Kurzhaarschnitt das Gemeindezentrum in der Hinschenfelder Straße, lächelt bescheiden und begrüßt alle freundlich, vor allem die Jugendlichen im Publikum. So stellt man sich einen professionellen Schwergewichts-Boxer eigentlich nicht vor.
Und auch privat ist er anders als viele Kollegen. „Als ich 2001 aus der Ukraine nach Deutschland kam, dachte ich: Das ist ein reiches Land“, sagt Dimitrenko. Doch auch in seiner Wahlheimat Wandsbek gibt es Kinder, die ohne Frühstück zur Schule geschickt werden oder mit den Hausaufgaben allein gelassen werden. „Deshalb habe ich begonnen, Jugendprojekte zu unterstützen, obwohl es viel Arbeit ist“, sagt der Profiboxer. Er steht den Jugendlichen in Wandsbek mit Rat und Tat zur Seite, viele Problemkids haben seine Handynummer.
Heute hat Dimitrenko bereits ein Training in der Boxhalle in
Hinschenfelde mit den jungen Leuten abgehalten, nun folgt eine Gesprächsrunde unter dem Motto „Box Dich durch!“ an der Seite von Musiker Lotto King Karl und Dieter Jurgeit, Chef der PSD-Bank Nord mit Sitz in Wandsbek.

Talkreihe geplant

Ihn hat das Engagement Dimitrenkos so beeindruckt, dass er 10.000 Euro zur Verfügung stellte. Alle zwei Monate sollen künftig Prominente aus Wirtschaft, Kultur und Sport Jugendlichen aus Wandsbek, Jenfeld oder Steilshoop Tipps geben, ihre Talente zu entdecken und ihren beruflichen Weg zu finden. „Man muss eine klare Linie und einen regelmäßigen Tagesablauf haben“, sagt Dimitrenko an das junge Publikum gewandt. Als Kind sei er oft ausgelacht worden, aber das regelmäßige Training habe sich gelohnt, erzählt der ehemalige Box-Europameister. Er gewann 57 seiner 65 Profikämpfe und war auch schon Sparringspartner der Klitschko-Brüder. „Beim Boxen ist zehn Prozent Talent und 90 Prozent harte Arbeit“, erklärt der Wahl-Wandsbeker.
„Auch als Musiker muss man hart arbeiten und wird dabei nicht reich“, betont Lotto King Karl. Die Arbeitszeiten seien ungünstig, auf der Bühne sei es oft sehr heiß. Den Weg zum Profimusiker habe er im Ausschlussverfahren gefunden, sagt „Lotto“. Man müsse sich einfach fragen, was man überhaupt nicht kann. PSD-Chef Jurgeit, der übrigens beinahe Fußballprofi geworden wäre, gab den Jugendlichen vor allem einen Rat mit auf den Weg: „Wenn 30 Bewerbungen erfolglos bleiben, dann klappt es bestimmt bei der 31. – Ihr dürft niemals aufgeben!“
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