Boxtraining für Kinder in Jenfeld gefährdet

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Im Training lernen die Schüler, hier Joel, ihre eigenen Grenzen kennen Foto: Nadler
 
Lehrerin Aline Schmalzing hofft auf Spender Foto: Nadler

Projekt-Angebot der Schule Bekkamp braucht Hilfe. 1.500 Euro fehlen

Jenfeld Schauplatz Sporthalle der Schule Bekkamp, dienstags zwischen 8.20 Uhr und 9.50 Uhr: ganz junge Männer – noch Kinder – boxen und schlagen. Aber: Was sich anhört wie eine Prügelei, ist eine spezielle Form des Unterrichts: „pädagogisches Boxen“. Ein erfolgreiches Projekt, das an der Schule Bekkamp jetzt aus Geldmangel in Gefahr ist. „Ich habe zu Beginn des letzten Schuljahres bei uns an der Schule ein Boxangebot organisiert, das von der Boxschool Hamburg e.V. mit einem echten Boxtrainer durchgeführt wird“, erzählt Aline Schmalzing. Sie ist Lehrerin an der Schule Bekkamp in Jenfeld, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“. „Dieses Angebot ist Gewaltprävention und richtet sich an Mittelstufenschüler.“ Ein Jahr lang konnte das Training vom Förderverein der Schule finanziert werden. Doch für das kommende Schuljahr wird das ab September nicht mehr möglich sein. Aline Schmalzing: „Daher musste ich der Boxschool leider absagen. Das war für unsere Schüler und Klassenlehrer eine große Enttäuschung!“

1.500 Euro fehlen


Nun aber haben sich neue Möglichkeiten aufgetan: Ein privater Unterstützer wäre bereit, die Hälfte der notwendigen Kosten zu übernehmen. Das heißt, die Schule muss „nur noch“ die anderen 50 Prozent stemmen. Das sind 1.500 Euro. Deshalb bittet die Schule um Spenden. Durchgeführt wird das Projekt von der „Boxschool – Verein für Gewaltprävention e.V.“. Das ist ein in Hamburg ansässiger und tätiger Jugendhilfeträger, der das Programm „Handeln gegen Jugendgewalt“ des Senats dabei unterstützt, Kinder und Jugendliche auf den Weg zu einem gewaltfreien und kooperativen Miteinander zu bewegen. Bei diesem „pädagogischen Boxen“ geht es um viel mehr als nur Kampfsport: Angesprochen werden Kinder im Alter von elf oder zwölf Jahren, deren Umfeld vielleicht von Gewalt geprägt ist, die im Abseits stehen und/oder in der Vergangenheit bereits Opfer von Gewalt geworden sind. Der Kursus wird bewusst in der Mittelstufe angeboten, um den jungen Menschen frühzeitig Möglichkeiten aufzuzeigen, dass sie sich in der Gesellschaft auch in Stresssituationen behaupten können – ohne Gewalt und Gesichtsverlust. Ziel ist Gewaltprävention durch ganzheitliche Förderung. Die Kinder werden in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit geschult, ebenso in ihrer sozialen Sensibilität und vor allem dem „Perspektivenwechsel“: Mal sind sie im Training unterlegen, mal überlegen. So entwickeln sie Empathie und Respekt für ihr Gegenüber. Das ganzheitliche Körperbewusstsein wird ausgebildet, die Kinder lernen Verantwortungsbewusstsein. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt, ebenso die eigene Wertschätzung, und Gewalt verherrlichende Denkmuster werden vermindert. Konkret in der Schule Bekkamp geht es nun um zwei Stunden Training in der Woche. Den Trainerinnen und Trainern bei Boxschool e.V. fällt dabei eine wichtige Aufgabe zu. Sie sind deshalb in ihrem sportlichen Wirken lizenziert und werden in Fortbildungsveranstaltungen speziell zum Thema Gewaltprävention geschult.
„Ein sehr gutes Projekt!“, sagt Schulleiter Stephan Peter. „Vor allem der Präventionsgedanke ist mir dabei sehr wichtig. Es wäre großartig, wenn wir das mit der fehlenden Finanzierung irgendwie hinbekommen, damit es weitergehen kann!“ (sin)

Weitere Informationen unter www.boxschool.de. und www.schule-bekkamp.de,
Telefon 42 88 65 10 oder den Förderverein: foerderverein@schule-bekkamp.de
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