Bramfeld trauert um Opfer

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Heinrich Sackritz, Carsten Heeder, Philipp Hentschel Dennis Paustian-Döscher und Olaf Böttger (v.l.) Foto: tel

Kriegerdenkmal: Konstruktive Diskussion möglich

Bramfeld Der Anlass traurig, das Wetter traurig, die zurückliegenden Tage traurig: Selten stimmten die Voraussetzungen für einen Volkstrauertag so, wie am vorigen Sonntag am Bramfelder „Kriegerdenkmal“. Bei strömendem Regen trafen sich am Vormittag Mitglieder der Bezirksversammlung Wandsbek und nur wenige Bürger zur offiziellen Gedenkveranstaltung. SPD, CDU, Grüne, FDP und Bramfelder Heimatverein legten einen gemeinsamen Kranz an den Stufen zum umstrittenen, weil aus der Nazizeit stammenden Denkmal nieder. Die Linksfraktion gedachte am Nachmittag zusammen mit dem privaten Arbeitskreis „Denk-Mal“ um den Bramfelder Rentner Detlef Hartmann separat an gleicher Stelle. Regionalausschuss-Vorsitzender Dennis Paustian-Döscher (Grüne) betonte in kurzer, prägnanter Rede, dass man das Gedenken heute anders verstehe als zur Entstehungszeit des Denkmals, dass es dabei heute nicht mehr ausschließlich um die Trauer um gefallene Soldaten, sondern um alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gehe, also auch um die Opfer des Nazi-Terrors in den Konzentrationslagern und um zivile Opfer. Nicht unerwähnt ließ Paustian-Döscher dabei die jüngsten Terroranschläge in Frankreich. Der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins „up ewig ungedeelt“, der CDU-Bezirksabgeordnete Olaf Böttger, erwähnte die Opfer der Hamburger Bombennächte im 2. Weltkrieg. Beide Redner gaben sich optimistisch, was die Umgestaltung des bestehenden „Kriegerdenkmals“ betrifft. Darüber werde im bezirklichen Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit Bürgern, Vereinen und Schulen intensiv nachgedacht. Die von der Hartmann-Gruppe angebrachte - inzwischen bereits beschmierte - Gedenktafel ist offensichtlich doch ohne Genehmigung der zuständigen Behörden aufgestellt worden. Das jedenfalls hatte Paustian-Döscher auf der Regionalausschussitzung am vergangenen Donnerstag erklärt.
Die Initiative von Detlef Hartmann gedachte mit einem Dutzend Bürger und Vertretern der Linke-Fraktion der Toten und forderte erneut eine Umgestaltung des Denkmals von 1935: „Viele Kriegsdenkmäler dienen der Verklärung von Militär, Nation und Kriegstod.“ Seine Initiative sei zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bereit. (tel)
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