Bramfelder entwickelt Konzept für neues EKZ

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Richard Rebling würde die EKZ-Hochhäuser abreißen Foto: tel

Richard Rebling will die alten Gebäude abreißen. Er habe seine Idee dem Eigentümer vorgetragen

Von Michael Hertel
Steilshoop
Er hat das geschafft, was vor ihm seit Jahren viele vergeblich versucht haben: ein persönliches Gespräch mit dem schon fast legendären Eigentümer des Einkaufszentrums Steilshoop, Henrik Nygaard Johansen (73), zu führen. Denn Richard Rebling, in San Francisco geborener Sohn deutsch-amerikanischer Eltern, hat eigene Ideen zur Entwicklung Steilshoops. „Mit meinen Plänen bin ich spontan zum EKZ-Management gegangen und habe dort Herrn Johansen getroffen“, berichtet der Bramfelder Frührentner: „Herr Johansen war sehr freundlich zu mir, hörte sich zusammen mit einem Mitarbeiter meine Vorschläge höflich an. Aber während der Mitarbeiter ganz begeistert war, schien Herrn Johansen das Ganze nicht besonders zu interessieren.“ Die Begegnung fand – laut Rebling – vor rund 18 Monaten statt. Reblings Idee: Die beiden zur EKZ-Immobilie gehörenden Hochhausblöcke (er nennt sie „Pink Elephants“) sollen abgerissen werden, parallel zum Schreyerring ein neues, kleineres Einkaufzentrum entstehen. Den Rest des Platzes bis zur Gründgensstraße (Rebling: „so groß, wie der Bramfelder Marktplatz“) soll ein neuer Platz für Märkte und Veranstaltungen belegen – und zwar in acht bis zehn Metern Höhe aufgeständert über einem darunter liegenden, gebührenfreien Parkhaus. Um die Idee realisieren zu können, sollte die Stadt die Immobilie kaufen beziehungsweise Johansen enteignen.

Stadtteil aufwerten


Finanzieren will Rebling das Ganze durch die Wertsteigerung Steilshooper Immobilien: „Allein durch den Bau der U-Bahnlinie 5 werden die Grundstückspreise steigen.“ Damit nicht genug: Rebling schlägt vor, den Bramfelder See und den Appelhoffweiher auszubaggern und – mit Sandstrand versehen – den Bürgern als kostenlose Freibäder zur Verfügung zu stellen. Das, so Rebling, würde für eine weitere Wertsteigerung Steilshooper Immobilien sorgen. Seine Ideen stellte er unter anderem auch dem SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Lars Pochnicht vor, hinterließ aber offensichtlich keinen nachhaltigen Eindruck. „Ich erinnere mich dunkel an das Gespräch“, sagt Pochnicht und ergänzt: „Es stimmt, die U-Bahnankündigung scheint die Immobilienpreise schon jetzt leicht anzuheben. Politik und Behörden machen sich Gedanken über das Zentrum Steilshoops. Aber es ist noch ein weiter Weg, denn alles steht und fällt mit dem Eigentümer.“ Wird denn Herr Johansen mitmachen? Rebling: „Im Grundgesetz heißt es: Eigentum verpflichtet. Herr Johansen hat sicherlich nicht selbst genügend Geld, um meine Pläne umzusetzen. Aber allergisch gegen Geld in Form der fälligen Entschädigung ist er wohl auch nicht.“ Sein Urteil über den derzeitige Zustand: „Steilshoop wird schlecht vermarktet, seine Chancen nicht genutzt.“

Kommentar: Neue Ideen sind überfällig
Das Thema ist schon fast so alt wie der Stadtteil selbst: Das Einkaufszentrum (EKZ) Steilshoop wird immer unattraktiver. Viele renommierte Einzelhandelsunternehmen haben den Standort aufgegeben. Mehr als die Hälfte der EKZ-Flächen steht leer. Doch ein lebendiger Stadtteil mit 20.000 Einwohnern braucht ein funktionierendes Zentrum – nicht nur wegen der Nahversorgung. Der nach wie vor öde EKZ-Vorplatz an der Gründgensstraße stellt ein geradezu leuchtendes Beispiel einer städtebaulichen Fehlplanung dar. Mit Richard Rebling kommt da ein Außenseiter mit neuen Ideen, um Steilshoop attraktiver zu machen. Zwei Freibäder anlegen – das klingt reichlich skurril in Zusammenhang mit dem EKZ. Politik und Behörden aber haben keinen Grund, darüber die Nase zu rümpfen. Denn so massiv in Steilshoop auch investiert und unterstützt wird: Um das Quartier zwischen Gründgensstraße und Schreyerring macht man anscheinend seit Jahren einen großen Bogen. Statt neue Ideen zu präsentieren, wird dem EKZ-Eigentümer gern der Schwarze Peter zugeschoben. Das reicht nicht. Allein schon dafür, eine längst überfällige Diskussion wieder angestoßen zu haben, gebührt Richard Rebling zumindest reichlich Anerkennung. (Michael Hertel)

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