Briefmarkenfreunde in Not

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Auszug im August: Die Vereinsvorsitzende Sabine Schwanke in den Räumen der Philatelistischen Bibliothek in Wandsbek Foto: Je
 
Die Bibliothek besitzt zahlreiche, historisch wertvolle Bücher Foto: Jenssen

Die Philatelistische Bibliothek Hamburg e. V. sucht ein neues Zuhause

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Über 23.000 Sachbücher suchen eine neue Unterkunft. Die Philatelistische Bibliothek Hamburg e. V. muss im August ihren Standort in der Schloßstraße 12 in Wandsbek schließen. Jetzt werden dringend neue Räumlichkeiten für die Sachbücher gesucht, die für Briefmarkensammler in ganz Europa und für die Erforscher der Postgeschichte wichtige Informationsquellen sind. Ursache für die traurige Situation der Bibliothek ist eine Kürzung der Bezüge.
Bei rund 54.000 Euro liegt der Jahresetat der Bibliothek. Die Hälfte der benötigten Gelder erwirtschaftet der Bibliotheksverein durch Mitgliedsbeiträge, Gebühren und Spenden. Die andere Hälfte bekam die Hamburger Bibliothek bisher von der „Stiftung zur Förderung von Philatelie und Postgeschichte“. Doch auf sehr unfeine Art wurde dieser Zuschuss jetzt gestrichen. Die Vorsitzende des Vereins Sabine Schwanke: „Zwei Wochen vor Jahresende teilte uns die Bonner Stiftung mit, dass sie sämtliche Fördermittel für unsere Bibliothek zum 1. Januar 2015 gestrichen hat. Damit fehlen über 50 Prozent unseres Etats, ein Loch von 27.000 Euro. Uns ist somit die Existenzgrundlage entzogen worden. Wir können die bewährte, langjährig für uns tätige Bibliothekarin nicht mehr beschäftigen und wir können die derzeitigen Mietkosten nicht weiter tragen. Wir suchen daher neue Räumlichkeiten.“ Empörend fanden die über 250 Mitglieder des Vereins die „fristlose Kündigung“ der Zuschüsse von der „Stiftung zur Förderung von Philatelie und Postgeschichte“, die den Grundstock ihres Vermögens durch die Herausgabe von Sonderbriefmarken erhielt. Rüdiger Krenkel, Geschäftsführer der Stiftung zum Wochenblatt: „Aufgrund der aktuellen Zinssituation ist das Vermögen der Stiftung stark geschmolzen. Deshalb hat das Kuratorium im Dezember die Streichung beschlossen. Ich selbst war dagegen. Ich hoffe, dass es durch die heftigen Proteste auf der kommenden Sitzung des Kuratoriums im Mai zu einem Sinneswandel kommt und dass die Bibliothek dann wenigstens noch mit einem kleineren Betrag von etwa 5.000 Euro bedacht wird.“

Mitglieder spendeten spontan


Durch die völlig überraschende Streichung der Fördermittel hatte die Hamburger Bibliothek keine Zeit, sich auf die neue Situation vorzubereiten. Um nicht in Schieflage zu geraten, mussten die Räumlichkeiten in der Schloßstraße 12 gekündigt werden. Dort zahlt der Verein zur Zeit eine monatliche Miete von 2.200 Euro für 175 Quadratmeter.“ Dank einer spontanen Spendenaktion unter den Mitgliedern und durch die Beiträge 43 neuer Mitglieder, die zur Rettung der Bibliothek dem Verein beigetreten sind, ist das Überleben für die kommenden Monate gesichert. Doch im August läuft der Mietvertrag aus. Bis dahin benötigt die Bibliothek mit ihren vielen, für Sammler und Forscher unendlich wichtigen Büchern, neue Räumlichkeiten zu günstigen Bedingungen. Gesucht werden außerdem Sponsoren.

Vor 45 Jahren gegründet


Die Philatelistische Bibliothek Hamburg e.V. wurde vor 45 Jahren gegründet, damals noch mit Sitz in der Poststraße, als Bücherstube des Hamburg-Altonaer Vereins für Briefmarkenkunde. Seit Beginn des Jahres 2000 ist die Bibliothek in der Schloßstraße 12 erreichbar. Dort sind inzwischen über 23.000 Bände archiviert. Außerdem wurden aus Ausstellungsführern und Jahresberichten über 12.000 Aufsätze katalogisiert. Neben der Bibliothekarin arbeiten dort ehrenamtlich zahlreiche Mitglieder des Vereins, die mit ihren fundierten Kenntnissen Sammler, Journalisten, Auktionatoren und Händler in ganz Europa beraten und unterstützen. (je)

Wer den Verein unterstützen möchte, wendet sich an die „Philatelistische Bibliothek Hamburg e. V.“, Schloßstraße 12, 2512340. Die Öffnungszeiten der Bibliothek: Dienstags von 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 14 bis 19 Uhr.
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