Brückenstreit geht weiter

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Preiswerte Alternative? Betonröhren werden in Hamburg – wie hier am Blakshörngraben in Berne – zur Überbrückung von Gräben eingesetzt Foto: tel

Bürger beschweren sich bei Behörde. Pastor Ullrich unterstützt Proteste

Von Michael Hertel
Steilshoop
Die Fußgängerbrücke über einen schmalen Ausläufer des Bramfelder Sees erhitzt weiterhin die Gemüter in Steilshoop. Die marode Holzkonstruktion wurde vor rund einem Jahr von der zuständigen Behörde gesperrt und inzwischen abgerissen (das Wochenblatt berichtete). Alle Bemühungen von Stadtteilbeirat, Regionalausschuss und der Bezirksversammlung Wandsbek, die Brücke reparieren oder ersetzen zu lassen, scheiterten an der Wirtschaftsbehörde. Das Argument: Die Brücke werde ausschließlich von Spaziergängern benutzt und habe keinen verkehrlichen Wert. Zur Reparatur fehlten die Kapazitäten, und für einen Neubau sei kein Geld da. Das Steilshooper Rentnerehepaar Renate (82) und Johann-Dietrich Lyncker (89) beschwerte sich in einem Schreiben an die Behörde: „die Fußgängerbrücke war ein Stück Lebensqualität für die Bürger Steilshoops“. Lyncker schlug vor, anstelle einer aufwändigen Holzkonstruktion einen entsprechend dimensionierten Betonring, wie er im Sielbau und bei der Überbrückung von Gräben verwendet wird, als Ersatzsteg einzusetzen.
Inzwischen hat auch Sönke Ullrich, Pastor an der Martin-Luther-King-Gemeinde, ein Antwortschreiben der Behörde an das Ehepaar Lyncker zum Anlass für eine Replik genommen: „Ich wohne selbst seit fast 30 Jahren im Stadtteil. Wir machen hier eine intensive Seniorenarbeit. Und gerade für ältere Menschen, aber auch für die vielen Mütter mit Kinderwagen, ist es ein großer Unterschied, ob sie die kleine Runde mit etwa 600 Metern oder die ganzen drei Kilometer um den See laufen“, erklärte Pastor Ullrich.
Pastor Ullrich weiter: „Das Antwortschreiben der Behörde auf den Brief des Ehepaars Lyncker habe ich so verstanden, dass ihnen geraten wird, doch woanders spazieren zu gehen. Das ist eine Unverschämtheit und rücksichtslos gegenüber allen Steilshoopern. Der Vorschlag von Lynckers mit der Betonröhre klingt gut. Man könnte auch die Tischlerei der benachbarten Produktionsschule mit einbeziehen oder das Ganze in Verbindung mit dem Bau des neuen Bildungszentrums koppeln und RISE-Mittel einsetzen. Auf jeden Fall sollte auch die zuständige Behörde Mittel zur Verfügung stellen.“ Der Stadtteilbeirat Steilshoop wird sich in seiner Sitzung am 2. Dezember erneut mit der Steilshooper Brücke und der dazugehörigen Problematik befassen. Das Wochenblatt berichtet weiter über das Thema.
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