Brummis nerven Anwohner

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Dicker Brummi in der Jüthornstraße Foto: je
 

Nachts rasen Lkws durch Jüthornstraße. Bürger fordern Abhilfe

Von Martin Jenssen
Marienthal
Selbst nachts klirrt das Geschirr heftig in den Schränken. Die Anwohner der Jüthornstraße werden in ihren Betten durchgeschüttelt. Denn nach Mitternacht sind die Lastwagen, die durch das ehemals ruhige Wohnviertel brettern, besonders laut zu vernehmen. Die meisten Lkw-Fahrer denken nicht daran, sich an das vorgegebene Tempo von 30 km/h zu halten.Um die Straße zu schützen wurde die Geschwindigkeitsbegrenzung vor rund einem Jahr eingeführt. „Es hat uns tagsüber etwas mehr Ruhe gebracht“, sagt Gerhard Kobe von der „Interessengemeinschaft Jüthornstraße“. „Doch nachts, vor allem zwischen 2 und 4 Uhr, werden wir regelmäßig durch Raser geweckt. Es gibt Lkw-Fahrer, die dann mit 70 bis 80 km/h durch die Straße fahren.“

Thema im Ausschuss


Etwa 12.000 Fahrzeuge pro Tag, davon rund 14 Prozent Lastwagen (Tendenz steigend), rollen durch die Jüthornstraße, seitdem an der Hammer Straße der „Trog“ gebaut wird. Noch zwei Jahre wird es dauern. Dadurch ist die Jüthornstraße schwersten Belastungen durch die „Brummis“ ausgesetzt. Der Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek wird sich in seiner Sitzung am 27. April mit der Thematik Jüthornstraße befassen. In der Eingabe dazu heißt es: „Die zahlreichen Ausbesserungen, Unebenheiten und neuen Aufbrüche auf der Fahrbahn der Jüthornstraße, beispielsweise auf Höhe der Hausnummern 24b-26 beziehungsweise 17-27 und die damit durch den Lkw-Verkehr verursachten Lärm- und Erschütterungsbelastungen legen die Vermutung nahe, dass der Straßenoberbau für die extremen Belastungen durch schwere Lkw auch nach der Tempo-30-Begrenzung völlig unzureichend ist.“

Für Lkw gesperrt


Eigentlich sollten gar keine Lkws durch diese Straße fahren, die die Hammer Straße mit dem Ring 2 in Höhe der Rennbahnstraße verbindet. Aber die Hinweise auf der Autobahn vor dem Horner Kreisel, dass die Hammer Straße für Lkws gesperrt ist, werden von den Brummifahrern vermutlich mit Absicht übersehen. Ebenso an der Robert-Schumann-Brücke. Dort weisen Schilder vor der Shell-Tankstelle die Lkw-Fahrer an, über den Ring 2 und die Sievekingsallee zur A 24 zu fahren. Nur wenige halten sich daran. Die meisten Lkw-Fahrer wissen, dass sie durch die Jüthornstraße bequem ausweichen können. Wie kann man die Lkw-Flut stoppen? Darüber machten sich jetzt Gerhard Kobe von der „Interessengemeinschaft Jüthornstraße“, Ingrid Voss, Vorsitzende des „Wandsbeker Bürgervereins“ und Michael Pommerening Vorsitzender vom „Grundeigentümerverein Wandsbek“ Gedanken. Wichtig ist eine noch bessere Beschilderung, um die Lkw-Fahrer auf die für sie ausgewiesenen Strecken zu bringen. Außerdem sollte es Geschwindigkeitskontrollen in der Straße geben. Durch den heftigen Verkehr wird der Unterbau der Straße immer wieder geschädigt. Aus früher Zeit (die Straße wurde 1903 gebaut) liegen Pflastersteine unter dem dünnen Asphalt. Deswegen rumpelt es besonders laut, wenn die Lastwagen durch die Straße rattern. Schon im Jahre 2013 sollte die Straße grundsaniert werden. Das wurde aber wegen der Bauarbeiten an der Hammer Straße verschoben. Um Anwohner und Straße zu schützen wäre ein generelles Lkw-Verbot für die Jüthornstraße die beste Lösung. Die Interessenvertreter überlegen deshalb, ob nicht die Aufstellung von Pollern sinnvoll wäre, durch die sich die dicken Brummis nicht mehr zwängen können. In der Hammer Straße werden die Lkws durch solche Poller ferngehalten.
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