Bündnis für Radverkehr

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Der grüne Bürgerschaftsabgeordnete Martin Bill, Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und der grüne Bezirksfraktionschef Dennis Paustian-Döscher (v.l.n.r.) Foto: rg

Grüne werben für Senatskonzept. Anwohner sehen Vorteile bei Fahrradstraße

Von Rainer Glitz
Wandsbek
Das Thema Radverkehr wird im Bezirk zum Dauerbrenner. Diesmal hatten die Grünen zur Diskussion geladen, und es wurde eng im Kulturschloss Wandsbek. „Das Fahrrad ist ein Schwerpunkt grüner Verkehrspolitik, der Anteil soll sich auf 25 Prozent verdoppeln“, erklärte Martin Bill, Bürgerschaftsabgeordneter aus Winterhude, dem interessierten Publikum. Das Rad sei leise, umweltfreundlich und brauche wenig Platz. „Deshalb haben wir im Koalitionsvertrag eine Schippe draufgelegt“, so der grüne Verkehrsexperte. Pro Jahr sollen 50 Kilometer Radanlagen neu gebaut oder saniert werden, die 14 Velorouten will der Senat bis 2020 auf 280 Kilometer ausweiten. Das Mietsystem StadtRad soll wachsen, auch in Wandsbek. Vor allem aber soll es auch Schnellwege für Radler geben, etwa als Fahrradstraßen. Bill warb für das „Bündnis für den Radverkehr“, 30 Millionen Euro vom Bund stünden zur Verfügung. „Wir sehen das Bündnis positiv. Die Mittel reichen aber nicht, es ist mehr Personal nötig“, ergänzte Dennis Paustian-Döscher, Vorsitzender der grünen Bezirksfraktion. Verkehrspolitik sei offenbar ideologisch geprägt, sagte Thomas Ritzenhoff, Leiter des Bezirksamtes Wandsbek. „Eine ausgewogene Lösung ist schwierig“, so der SPD-Politiker. In Wandsbek sei ein Radkonzept mit der Bevölkerung erarbeitet worden, die Bezirksversammlung bewege es jetzt weiter. „Wir müssen sachlicher über Notwendigkeiten diskutieren, auch kleine Maßnahmen helfen“, so Ritzenhoff. Wichtig seien etwa Bügel zum Anschließen und Fahrradparkhäuser, ergänzte Martin Bill.

Konzept der Zukunft


„Das Fahrrad ist ein Verkehrsmittel, kein Freizeitvergnügen“, eröffnete ein Mann im Publikum die Diskussion. „Ihr seid doch jetzt an der Regierung“, mahnte ein anderer. Die Diskussion werde viel zu defensiv geführt. Radverkehr sei das Konzept der Zukunft, aber Radler hätten wohl keine Lobby. Auch das Thema Walddörferstraße wurde diskutiert, jedoch positiver als bei der Infoveranstaltung im April. Die Anlieferung für die Geschäfte sei doch kein Problem, sagte ein Anwohner. „Wir bekommen doch ein besseres Wohngefühl, wenn weniger Autos fahren“, betonte ein anderer. Jetzt fahre kaum jemand Fahrrad in der Walddörferstraße, weil es keine ordentlichen Wege gebe. Es sei lebensgefährlich. „Der Wandsewanderweg muss erhalten bleiben“, forderte eine Anwohnerin. Dies unterstützte auch Dennis Paustian-Döscher. Jetzt werde vertieft geprüft und die Kritik der Bevölkerung aufgenommen. „Wir kriegen das hin“, so Paustian-Döscher. Ende dieses Jahres soll das Radverkehrskonzept für Wandsbek fertig sein.
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