Bürger-Stiftung im vollen Einsatz

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Sohib Ghazal (v.li.), Abdulrahman Obaid und Integrationspate Jörn Kneysel in der Fahrradwerkstatt Foto: Bürgerstiftung Barsbüttel
 
Gabriela Wurst und Detlef Bösch vom Vorstand der Bürger-Stiftung Barsbüttel Foto: Christa Möller

Rund 110 Barsbüttler sind aktiv. Lese-, Lern- und Integrationspaten – wer macht mit?

Von Christa Möller
Barsbüttel
Detlef Bösch hat sich immer schon ehrenamtlich engagiert, aber inzwischen hat der Elektroingenieur mehr Zeit dazu: „Als ich in Ruhestand ging, gründete ich mit anderen das Netzwerk Jung und Alt, um ehrenamtliche Tätigkeiten zu organisieren.“ Das weitete sich schnell aus, und unter anderem aus organisatorischen Gründen entschieden sich die Aktiven, in Zusammenarbeit mit der Bürger-Stiftung Stormarn die Bürger-Stiftung Barsbüttel ins Leben zu rufen.
„Wir können uns auf unsere Arbeit vor Ort konzentrieren, alles andere erledigt die Bürgerstiftung“, erläutert Gründungsmitglied Bösch. Der 71-Jährige ist 1. Vorsitzender, den 2. Vorsitz hat Gabriela Wurst, 55, inne, auch sie ist Gründungsmitglied. Die Seniorenassistentin betreibt eine Dienstleistungsagentur in Barsbüttel und engagiert sich in ihrer Freizeit für die Stiftung, die bei ihrer Gründung 20 Mitstifter hatte. Dazu kommen etliche Zustifter. Detlef Bösch betont allerdings: „Die Hauptsäule ist nicht unser Geld, sondern das sind unsere Zeitspender. Unser Kapital sind die Ehrenamtlichen.“ 110 Barsbüttler sind bei der Stiftung aktiv, etwa 40 davon als Integrationspaten im Projekt Flüchtlinge. Weitere 40 unterstützen Barsbüttler Grundschüler als Lese- und Lernpaten, und etwa 20 Ehrenamtliche sorgen als Grünpaten dafür, dass die öffentlichen Grünflächen Farbe bekommen – in diesem Jahr unter dem Motto „Blütenpracht für Wild- und Honigbienen.“
Für die Umwelt sind die Aktiven auch regelmäßig bei der Aktion Sauberes Schleswig Holstein aktiv, die in diesem Jahr von einer größeren Gruppe der syrischen Flüchtlinge in Barsbüttel unterstützt wurde. Und auch im Vorstand herrscht Arbeitsteilung, zu Detlef Böschs Aufgaben gehört die Betreuung der Aktiven. „Ich bin der Pate unserer Paten“, sagt er augenzwinkernd.“ Gabriela Wurst beispielsweise organisiert Seminare für die Integrationspaten und die regelmäßigen Treffen, denn der regelmäßige Austausch ist wichtig – auch, um Probleme schnell aus der Welt schaffen zu können.

Begrüßungstaschen für Flüchtlinge


Größtes und zeitintensivstes Projekt der Stiftung ist die Flüchtlingsbetreuung. Die Integrationspaten besuchen die Flüchtlinge im Ort gemeinsam mit Mitarbeitern von To Hus. Für jeden gibt es eine Begrüßungstasche mit Nahrungsmitteln. „Und wir sorgen für Fernseher, denn das deutsche Fernsehen hilft beim Lernen der Sprache“, weiß Gabriela Wurst.

Gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung


Dazu trägt außerdem ein bebildertes Wörterbuch bei. Die Flüchtlinge werden bei Behördengängen begleitet, sie lernen die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort sowie die Tafel kennen. Außerdem sammelt die Stiftung Fahrräder für die Flüchtlinge und betreibt eine Fahrradwerkstatt, um die Zweiräder wieder flott zu machen. Detlef Bösch lobt die Zusammenarbeit mit der Verwaltung: „Jeder versucht, im Sinne der Flüchtlinge zu handeln.“ Die Bürger-Stiftung Barsbüttel beteiligt sich mit ihrem Projekt beim Wettbewerb „Menschen und Erfolge – In ländlichen Räumen willkommen“ des Bundesumweltministeriums beteiligt, das innovative Projekte zur Aufnahme von Flüchtlingen und deren Integration auszeichnet. Die Arbeit für die Stiftung macht allen Beteiligten Spaß. „Es gibt einige, die machen das fast hauptberuflich“, weiß Gabriela Wurst, die sich über das Engagement der Barsbüttler freut, auch, wenn sie weniger Zeit für ihren Einsatz haben. Die 55-Jährige betont: „Die Zeitspender bestimmen selbst, wann, was und wie viel sie machen.“
Mittlerweile sind Freundschaften zwischen Flüchtlingen und Paten entstanden, und wenn die Paten mit strahlenden Augen über ihren Einsatz erzählen, „dafür lohnt es sich, sich zu engagieren“, sagt Gabriela Wurst. Das Durchschnittsalter der Paten liegt bei Mitte sechzig. „Das ist gut, weil sie lebenserfahren sind“, weiß sie.
Gesucht werden auch handwerklich begabte Menschen, die beispielsweise quietschende Schubladen wieder gangbar machen können. Denn die Stiftung betreibt auch ein Möbellager für Bedürftige. „Wir sammeln Kleinmöbel, aber weder Wohntextilien noch Haushaltsgegenstände oder Kleidung.“

Zeitspender willkommen


Wer als Zeitspender aktiv werden möchte, wende sich zwecks weiterer Infos an Detlef Bösch, Tel. 040 – 28 94 96 91. Unterstützung finanzieller Art kommt unter anderem vom benachbarten Edeka-Markt Strache, dort wird Flaschenpfand zugunsten der Stiftung gesammelt. Das Spendenkonto bei der Sparkasse Holstein: IBAN: DE49 2135 2240 0179 0209 20

Aktuell sucht die Bürger-Stiftung Menschen, die den beiden jungen Syrern in der Fahrradwerkstatt helfen, die Räder aufzuarbeiten. Sie werden dann den Asylbewerbern zur Verfügung gestellt. Interessierte wenden sich ebenfalls an Detlef Bösch. Ausführliche Informationen über die Bürger-Stiftung Barsbüttel im Internet unter www.buerger-stiftung-stormarn.de
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