Bürgerverein – der tut was

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Führen den Bürgerverein Farmsen-Berne seit 1994: Brigitte Friedrich, einst Betriebsratsvorsitzende, und Hans-Otto Schurwanz, früher Manager im Gesundheitswesen Foto: tel
 
Spaß für Jung und Alt: Bei schönem Wetter genießen die Farmsener ihr Bad Foto: tel

Farmsen-Berne: Vorstand spricht über Pläne, Erfolge und Flüchtlingsheime

Von Michael Hertel
Farmsen-Berne
Der Bürgerverein Farmsen-Berne (rund 480 Mitglieder) hat sich mit Zukunftsfragen der beiden Ortsteile befasst. Lesen Sie das Interview mit dem 1. Vorsitzenden Hans-Otto Schurwanz (72) und seiner Stellvertreterin Brigitte Friedrich (75).

Wochenblatt: Frau Friedrich, Herr Schurwanz, was sind die klassischen Aufgaben des Bürgervereins?
Schurwanz: Da ist zunächst der soziale Aspekt. Der Bürgerverein hat ein eigenes Sozialwerk. Wir sammeln Gelder, veranstalten Benefizkonzerte. Und dieses Geld kommt sozialen Einrichtungen in den Ortsteilen zugute.

WB: Zum Beispiel?
Schurwanz: Wir sponsern die Bücherhalle Farmsen, die Kinderbücherei, Behinderteneinrichtungen in der August-Krogmann-Straße …
Friedrich: Ja, wir unterstützen Altenpflegeheime, beteiligen uns zusammen mit dem Einkaufstreff regelmäßig an der Päckchen-Aktion für Pflegen und Wohnen. Wir betreiben den Farmsener Tisch, bei dem rund 400 Menschen jeden Mittwoch Lebensmittel bekommen...

WB: Der Bürgerverein hat ein Zukunftsprogramm entworfen. Ist das eine Premiere?
Schurwanz: Nein, das machen wir regelmäßig. Der gesamte Vorstand trifft sich alle ein bis zwei Jahre zu einer Klausurtagung, um wichtige Zukunftsthemen der Ortsteile aufzugreifen.

WB:… und die sind?
Schurwanz: Da sind zunächst einmal die Verkehrsprobleme am Bahnhof Farmsen. Was sich dort zu den Hauptverkehrszeiten abspielt, ist nicht mehr hinnehmbar. Da müssen die Radfahrer mitten durch die Pulks der Wartenden – ein Chaos. Wir fordern von der Politik ein Gesamtkonzept für Farmsen. Man kann nicht überall neue Wohnungen bauen und die Infrastruktur so belassen, wie sie ist.

WB: Haben Sie dazu schon konkrete Vorschläge?
Schurwanz: Der ganze Bahnhofsvorplatz muss neu strukturiert werden, auch die Flächen der Gartenstadt-Siedlung sind mit einzubeziehen.

WB: Wo drückt der Schuh denn noch?
Schurwanz: Es fehlen nach wie vor Sportflächen. Das Thema Post SV-Fläche Neusurenland ist für uns noch nicht abgeschlossen. Die Stadt hat es ja abgelehnt, auf dem ehemaligen Kippengelände zu investieren. Also haben wir den Sportplatz Hermelinweg als Alternative vorgeschlagen. Das Geld, dort einen Kunstrasenplatz für die Schule und die drei Vereine Condor, Farmsener TV und TuS Berne zu bauen, ist vorhanden. Aber es hakt noch bei den Behörden.

WB: Und was passiert mit dem alten Post SV-Gelände?
Schurwanz: Dass dort eine BMX-Bahn entstand anstelle von Flächen für den Breitensport, hat uns irritiert. Ansonsten findet dort gar nichts statt. Das Gymnasium Farmsen hat bislang keine Außensportfläche. Der jetzige kleine Grandplatz wäre dafür ideal. Der Rest des Geländes gegenüber dem Strandbad sollte in eine Grünanlage umgewandelt werden. Man könnte dann von der August-Krogmann-Straße bis zu den Bramfelder Pferdekoppeln durch Grün wandern.

WB: Apropos Strandbad – wie läuft das eigentlich?
Schurwanz: Nach unseren Informationen gut. Es sollte ja 1988 geschlossen werden, aber der damalige 1. Vorsitzende des Bürgervereins, Helmut Schwenke, hat sich damit nicht abgefunden. Es wurde ein Verein gegründet, der heute das Bad unter Vorsitz von Jens Schebitz betreibt.

WB: Für Bäder haben Sie ein Herz…
Schurwanz: Ja, als die Lehrschwimmbecken geschlossen werden sollten, haben wir uns dagegen gestemmt. Heute wird das Lehrschwimmbecken der Schule Surenland, top modernisiert, vom Farmsener TV betrieben.

WB: Ganz aktuell sind die Probleme um die Flüchtlingsunterkünfte. Da scheinen Sie sich mit den Nachbarn aus Oldenfelde uneins zu sein.
Schurwanz: Wir kooperieren mit dem Bürgerverein Oldenfelde, treffen uns auch regelmäßig. Nur in Sachen Stargarder Straße sind wir anderer Meinung. Diese Unterkunft wird direkt an der Grenze zu Farmsen-Berne gebaut. Wir sagen: Farmsen-Berne ist genug belastet. Man sollte übrigens die Bedenken von Anwohnern ernst nehmen und Kritiker nicht gleich in die rechte Ecke stellen.

WB: Sie tun viel für die Ortsteile. Was machen Sie für Ihre eigenen Mitglieder?
Friedrich: Viele Veranstaltungen, von Skat und Kniffel, über Tagesausflüge, bis zu Reisen, auch für Nichtmitglieder. Die müssen allerdings mehr zahlen als Mitglieder. Das ist dann häufig Motivation, bei uns einzutreten. Im Bürgerverein sind schon viele Freundschaften geschlossen worden. Man zahlt nur zwei Euro Monatsbeitrag, aber wir erwarten natürlich Engagement.

WB: Es hieß, Sie planen eine Verjüngungskur im Vorstand.
Schurwanz: Wir beide sind seit 1994 Vorsitzender und Stellvertreterin. Wir wollen jetzt im erweiterten Vorstand den Nachwuchs an die Aufgaben heranführen, damit wir absehbar das Zepter aus der Hand geben können.
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