Charlotte-Paulsen-Gymnasium: „Kriegskinder“ berichten

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Dr. Stephanie Kowitz-Harms im Gespräch mit den „Kriegskindern“ Harald Hinsch (mitte) und Alexander Kovarski Foto: je

Alexander Kovarski und Harald Hinschs über die Schrecken im Zweiten Weltkrieg

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Kriege lösen keine Probleme. Kriege schaffen nur unendliches Leid. Diese Botschaft versuchen die „Kriegskinder“ Harald Hinsch und Alexander Kovarski an Schüler zu vermitteln. Hinsch und Kovarski erlebten als Kinder den „Zweiten Weltkrieg“. Über das Schreckliche, das sie damals erlebten, berichten sie nun auf Veranstaltungen, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. für junge Menschen organisiert. Eine wichtige Mission, denn die Geschehnisse der NS-Zeit dürfen sich nie wiederholen. Doch leider wissen die heutigen Jugendlichen über diese Zeit und den Zweiten Weltkrieg nur sehr wenig. Innerhalb der Familien gibt es kaum noch Menschen, die von dieser Zeit berichten können.

Zeitzeugen in der Schule


Jetzt traten Harald Hinsch und Alexander Kovarski in der Aula des Charlotte-Paulsen-Gymnasiums vor den Schülern der 9. und 10. Klassen auf. Während der Veranstaltung herrschte gebannte Stille. Die Schüler hörten höchst interessiert den unterschiedlichen Schilderungen zu. Harald Hinsch, 1937 geboren, berichtete aus Hamburg. Als Sohn eines von den Nazis verfolgten linksorientierten Arbeiters, wuchs er in Barmbek-Winterhude auf und überlebte im Sommer 1943 die unbeschreibliche Flammenhölle der Operation Gomorrha. Hamburg wurde damals von über 700 Fliegern der britischen und amerikanischen Luftwaffe in Schutt und Asche gelegt. Es gab 34.000 Tote und 125.000 Verletzte. Auch Harald Hinschs Elternhaus ging in den Flammen auf. Er sagt: „Nur durch Zufall bin ich damals dem Tod entronnen.” Alexander Kovarski, 1939 in Leningrad (heute St. Petersburg) geboren, musste mit seiner jüdischen Familie nach Usbekistan flüchten. Auch er erlebte furchtbare Verfolgung durch Bombenangriffe während der Flucht und schrecklichen Hunger, als seine Familie unter ärmlichsten Verhältnissen in Taschkent lebte. Kovarski: „Hunger war das schlimmste Gefühl meiner Kinderjahre und die Angst vor Flugzeugen verdüsterte meine Kinderseele.”

Mahnung an Schüler


Harald Hinsch mahnte die Jugendlichen: „Ein Krieg ist kein Konfliktlöser. Keinem Menschen ist es zu wünschen, dass er einen Krieg erleben muss. Vor allem nicht Kindern. Sie können sich nicht dagegen wehren. Erwachsene aber können etwas dagegen tun. Seid wachsam. Kämpft für die Demokratie!”
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