Christlich-islamischer Gottesdienst

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Konzentriertes, rhythmisch-gestenreiches Singen:“Gott hält die ganze Welt in seiner Hand“. Foto: Meyer

Ein in der Region einzigartiges Projekt

Von Reinhard Meyer
Meiendorf/Oldenfelde. Mit fröhlichem Gesicht und doch kindlichem Ernst bewegen sich die Erstklässler der Grundschule Kamminer Straße durch den Mittelgang dem Ausgang der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche zu, hinter den von Schülern getragenen Klassenkerzen und hinter Pastor Nils Christiansen und Imam Halima Krausen. Sie stehen sichtbar unter dem Eindruck des christlich-islamischen Gottesdienstes,den sie eben erlebt haben. In den Mittelpunkt dieses Gottesdienstes haben die beiden Geistlichen das Geschehen um Noah und seine Arche gestellt – nach dem Koran und dem Alten Testament. Imam Krausen erzählt den Schülern, die sich auf dem Boden des Altarraumes niedergelassen haben, den ersten Teil der Arche-Noah-Geschichte. Ein Seil wird um sie als Zeichen der engen Zusammengehörigkeit gelegt. Mit blauen Kreppstreifen deuten sie wirbelnd die Sintflut an, akustisch durch Orgelmusik begleitet. Pastor Christiansen erzählt ihnen den zweiten Teil - mit der freudigen Botschaft der Taube vom Ende der Sintflut.
Die Fatiha und das Vaterunser
Es ging beiden Geistlichen darum, den Kindern durch Nachspielen das Geschehen um Noah und die Arche erfahrbar zu machen. Beide Geistliche agieren vor den Kindern im ruhigen Miteinander, im Wissen um das Gemeinsame dieses Gottesdienstes. Und sie bleiben dennoch als Vertreter ihrer Religion erkennbar – schon durch ihr geistliches Gewand. Imam Krausen liest die Korantexte zuerst auf arabisch. Sie spricht die Fatiha, das den Alltag der Moslems begleitende Kurzgebet, Pastor Christiansen das Vaterunser. Die Schulanfänger werden mit einem persönlichen Segensspruch und einem allgemeinen Segen aus dem Gottesdienst entlassen. Imam Halima Krausen von der Moschee Schöne Aussicht engagiert sich seit vielen Jahren für den interreligiösen Dialog: Der Titel eines ihrer Bücher: „Die schönsten Gebete der Weltreligionen“. Vor 15 Jahren bat der Elternrat der Schule Kamminer Straße die Kirchengemeinde Oldenfelde um einen interreligiösen Gottesdienst für ihre Kinder. In den letzten Jahren sind die Grundschulen Wildschwanbrook und Bekassinenau dazugekommen. Der christlich-islamische Gottesdienst der Kirchengemeinde Meiendorf–Oldenfelde ist in der Region einzigartiges Projekt.
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