Concordia-Bebauung kommt

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Ein Beispiel, wie das Concordia-Gelände gebaut werden könnte. Skizze: SPDWandsbek/pi
 
Christoph Schönrock und Eckhard Mohr von der Bürgerinitiative und Rainer Schünemann von der SPD-Fraktion sind mit der Zusammenarbeit und den vorliegenden Ergebnissen zufrieden. Foto: kg

Bürgerinitiative ist mit dem Kompromiss zufrieden

Von Karen Grell
Wandsbek. Nach vielen Diskussionsrunden scheint die Ära um die Concordia-Bebauung nun zu Ende zu gehen. Die Wandsbeker Koalition aus SPD und GAL ist noch vor Ostern mit der örtlichen Bürgerinitiative zusammen zu einer Einigung über die Bebauung des ehemaligen Concordia-Stadions in der Oktaviostraße gekommen. 24 Wohneinheiten sollen dort nun in acht Gebäuden entstehen, wobei eine hintere Bebauung entfällt, da fast die Hälfte des Gesamtgeländes als Ausgleichsfläche dienen soll. Das angrenzende Gehölz wird dann gegebenenfalls durch diese zusätzliche Fläche erweitert und kann als Naherholungsfläche für Wandsbek dienen.
Die geplanten Gebäude auf der vorderen Fläche des jetzigen Stadions werden aus Erdgeschoss, einem ersten Stock und einem Staffelgeschoss bestehen. SPD und GAL wollen diese Rahmenbedingungen im Wandsbeker Planungsausschuss beschließen. Sie sollen dann die Grundlage für die Konzeptausschreibung und das Bebauungsplanverfahren sein. Rainer Schünemann, Fachsprecher für Stadtplanung der SPD-Fraktion, meinte nach den Gesprächen, dass dies ein sehr gutes Ergebnis für alle Seiten sei, da man auf Bezirksebene den Konflikt lösen konnte, der nach der alten Methode zu einem Stillstand des Verfahrens über zweieinhalb Jahre geführt hatte.
Nicht gegen, sondern im Einvernehmen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern werde es jetzt zeitnah mit der Ausschreibung der städtischen Fläche losgehen. „Die Bebauung wird sich städtebaulich in die historisch gewachsene und baurechtlich geschützte Einzelhausstruktur des Quartiers einfügen“, sagt Schünemann.
Die Art der Bebauung ist den Anwohnern dabei die ganze Zeit über ein besonderes Anliegen gewesen. Gebäude mit mehr als zwei Etagen, war den Mitgliedern der Bürgerinitiative von Anfang an ein Dorn im Auge. Nach der Einigung werden nun aber immer noch fünfzig Prozent mehr Wohnungen zugelassen, als es in den angrenzenden Bebauungsplänen festgesetzt ist, meint die Bürgerinitiative. Auch die GAL hält diese Lösung für gelungen. „Mit Hintergärten, die bei der Entwicklung städtischer Flächen nicht zeitgemäß sind, und einem Verzicht auf hintere Bebauung hätten wir uns schwer getan, durch die Vergrößerung des Gehölzes gibt es jetzt aber einen echten zusätzlichen Wert für die Allgemeinheit,“ sagt die Fraktionsvorsitzende Susanne Zechendorf.
Ob man nun über Jahrzehnte an einer Struktur festhalten soll oder nicht, darüber sind sich zumindest die Marienthaler geschlossen einig. Hier gäbe es eines der letzten Stückchen gleichmäßiger Bebauung in der Hamburger Geschichte, bestehend aus Einzelhäusern und Jugendstilvillen, die so auf jeden Fall erhalten bleiben müsse. Schon ein Wohnhaus mit einem Erdgeschoss und zwei weiteren Geschossen würde das Bild des Stadtteils erheblich verändern. Bei akutem Wohnungsmangel und wenig Platz für neue Bebauung für andere vielleicht schwer verständlich, aber ein Grundsatz, den sich zumindest die Marienthaler nicht nehmen lassen wollen. „Bitte keine Einheitsklötze“, fordern Christoph Schönrock und Eckhard Mohr, die sich von Beginn an für die Bürgerinitiative eingesetzt haben und mit dem jetzigen Ergebnis zufrieden sind. Die Fotos von den Gebäuden ihrer Vorstellung haben sie dabei gleich in einem dicken Ordner mitgebracht und die Negativbeispiele, die für so manch anderen ein Luxusobjekt bedeuten würden, gleich daneben abgeheftet.
Marienthal wird somit wohl in seiner Struktur erhalten bleiben und sogar noch ein kleines Stück Gehölz dazugewinnen. (kg)
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