„Container-Kultur nicht verfestigen“

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SPD-Fraktionschefin Anja Quast: Jetzt werden langfristige Lösungen gebraucht Foto: wb

Bezirksversammlung beschließt zusätzliche Flächen für 800 Wohnungen

Wandsbek Die Unterbringung von Flüchtlingen spielte auch bei der ersten Sitzung der Bezirksversammlung nach der Sommerpause in mehreren Debatten und Anträgen eine Rolle. Allein bis August haben 25.000 Menschen Zuflucht in Hamburg gesucht. Der Senat will deshalb zusätzlich zum weiterlaufenden Wohnungsprogramm in jedem Bezirk weitere 800 Wohneinheiten errichten lassen. „Es darf sich bei uns keine Containerkultur verfestigen“, sagte SPD-Fraktionschefin Anja Quast und weiter: „Jetzt werden langfristige Lösungen gebraucht.“ Dennis Paustian-Döscher, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sprach von einer Ausnahmesituation und forderte: „Zelte und Container müssen weg!“
Die Wandsbeker Regierungskoalition hat für den Bau der 800 Wohnungen für Flüchtlinge alle Flächen geprüft, die im Besitz der Stadt sind. Weitere Kriterien waren eine vorhandene soziale Infrastruktur wie Schulen, Kindertagesstätten und Jugend- und Familienhilfeeinrichtungen. Und die Flächen mussten erschlossen und mit Bus und Bahn erreichbar sein. Vier künftige Baugrundstücke wurden ausgewählt. Zwei in Hummelsbüttel (Rehagen und Glashütter Landstraße), eins am Poppenbüttler Berg und die Fläche des ehemaligen Pflegeheims Holstenhof in der Straße Elfsaal in Jenfeld. Es würden 800 Wohnungen ohne Planrecht und Bürgerbeteiligung errichtet, kritisierte Philip Buse von der CDU. Er warnte vor architektonischen Schnellschüssen: „Die Gebäude stehen dann dort 50 Jahre lang“, so Buse. Auch CDU-Fraktionschef Eckard Graage warnte vor einer Bebauung wie in Steilshoop. Die Linke und die Liberale Fraktionsgemeinschaft teilten diese Bedenken.
Die steigenden Zahlen an Zuwanderern stellt den Bezirk vor eine weitere Herausforderung: Die Zahl der Schüler steigt ebenfalls. Dies habe der Schulentwicklungsplan nicht voraus sehen können, er müsse deshalb überprüft werden, so Claudia Mahler von der SPD. Wandsbek habe einen zusätzlichen Raumbedarf in allen Schulformen. Deshalb beantragten SPD und Grüne, keine Schulen zu schließen und keine Flächen zu verkaufen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. (rg)
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