„Croatia Hamburg“ setzt auf Integration

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Die Folklore-Gruppe mit Besuch von Folkor Darmstadt Biseri Foto: Croatia Hamburg
 
Die erfolgreiche Mannschaft der 1. Herren. Foto: Croatia Hamburg

Kroatische Kulturgemeinschaft unterstützt Landsleute in der Hansestadt

Von Christa Möller
Wandsbek
In den 1970iger Jahren kamen seine Eltern als Gastarbeiter aus Jugoslawien nach Deutschland. Schnell lernte der damals vierjährige Ivica Peric die fremde Sprache und ist heute in Hamburg zuhause, fühlt sich hier voll integriert. Das Wort Heimat dagegen verbindet der Diplomkaufmann mit Kroatien, wo seine Mutter inzwischen wieder lebt und wohin der 48-Jährige gern mit seiner deutschen Frau und der gemeinsamen Tochter in den Urlaub fährt. Sein Vater hatte in Hamburg ein Restaurant und gründete mit weiteren engagierten Kroaten 1985 die Kroatische Kulturgemeinschaft, kurz „Croatia Hamburg“. Vor 28 Jahren übernahmen die Kroaten ihr Clubhaus von der Schützengilde, die nebenan neu gebaut hatte. Durch den Bau der Bahnunterführung an der Hammer Straße ist Croatia Hamburg allerdings seit längerem abgeschnitten von der Postadresse an der Hammer Straße 58. Extra für die beiden Vereine wurde ein Zugang über die Marienthaler Straße gebaut, die entsprechende Adressenänderung steht allerdings noch aus.

Die „Zweite“ ist neu


Die Fußballer der 1. Herren von Croatia Hamburg spielen auf Landes- beziehungsweise Bezirksliga-Niveau, wie Ivica Peric stolz erzählt. Die neu gegründete 2. Mannschaft spielt in der Kreisklasse, außerdem gibt es die Alte Herren und die Senioren sowie eine Handballmannschaft, die in der Kreisliga spielt. Seit achtzehn Jahren engagiert sich der Hamburger bei Croatia Hamburg, dessen Vereinsvorsitzender er ist. Geschäftsführer Josip Derek, seit 26 Jahren im Verein, ist in Deutschland geboren, in Kroatien von der Großmutter aufgezogen und dann in Hamburg eingeschult worden. Auch für ihn ist Hamburg Zuhause und Kroatien Heimat, aber wie Ivica Peric kann er sich nicht vorstellen, dort zu leben. 2. Vereinsvorsitzender ist Vjeko Karaćić, Kassenwart ist Frank Kaven. Den Vorstand komplettieren Zdenka Körpernich (Leiterin Folklore), Jure Perkovic (Spieler Alte Herren) und Mate Jerkic (Spieler Alte Herren). 150 Mitglieder zäht der Verein. „Aber durch Veranstaltungen sind es übers Jahr locker eintausend Menschen, die Bezug haben zu diesem Standort“, sagt Josip Derek. Viele besuchen regelmäßig die kroatischen Gottesdienste, jeweils sonntags entweder um 12 Uhr in der Katholischen Kirche Sankt Olaf in Horn oder um 15 Uhr im Mariendom in Sankt Georg.

Angebote erweitern


„Unser Ziel ist es, die Mitgliederzahl zu verdoppeln“, sagen die beiden Vorstandsmitglieder. Dazu sollen zukünftig auch Sport-/ Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche, Frauen und Senioren beitragen. Wer Lust hat, sich diesbezüglich bei Croatia Hamburg zu engagieren, erfährt Näheres bei Ivica Peric,
Telefon 0163/ 242 10 73. In der Kroatischen Schule für muttersprachlichen Unterricht vertieften schon Ivica Peric und Josip Derek bis zur 8. Klasse ihre Muttersprache, heute besuchen ihre Kinder den Unterricht. Der findet dienstags nachmittags in Altona statt und sonnabends in Barmbek. Die Noten der ergänzenden kroatischen Schule kommen auch in das Deutsche Zeugnis. „Ich will meiner Tochter die Sprache und Kultur mit auf den Weg geben“, sagt Peric. Denn die dritte Generation laufe Gefahr, die Sprache sonst gar nicht mehr zu lernen. Der Verein ist auch Anlaufstelle für junge Kroaten, die Unterstützung benötigen und hilft auch bei Sprachkursen, der Wohnungs- und Arbeitssuche. „Integration von Anfang an“ hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben.

Sportler suchen Trainingsstätte


Großes Problem sowohl der Handballer als auch der Fußballer: „Wir haben keine richtige Heimstätte.“ Die aber wäre Voraussetzung für eine Jugendabteilung. Die Sportler würden sich gern eine Heimstätte an der Finkenau mit einem anderen kleinen Verein teilen, dem polnischen KS Polonia. Gespräche mit den Sportreferaten blieben bislang allerdings ohne Erfolg. Nächster Höhepunkt im Vereinsleben: Das traditionelle Martinsgansessen mit Pastor und Konsulin im November. Im nächsten Jahr soll das Vereinsheim saniert werden, deshalb hat der Verein erstmals in seiner Geschichte einen Antrag auf Unterstützung an den Bezirk gestellt, für dessen Bewilligung die Mitglieder dem Bezirksamt sehr dankbar sind. Zusätzliche Mittel müssen durch Spenden aufgebracht werden. Nach der Renovierung plant Croatia Hamburg einen Tag der offenen Tür.

Weitere Infos über den Verein bei Facebook oder unter www.croatia-hh.de
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