Cruiser helfen Kindern

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Zu den Treffen kommen manchmal bis zu 100 Autofans Foto: Nele Teichfischer / Lünegrafie

Mehr als Rennenfahren, Schrauben, Fachsimpeln. Neuer Verein in Gründung

Von Christa Möller
Jenfeld
Tobias Prüß, Lagerist aus Jenfeld, teilt mit Freundin Farina Juffart, 21, aus Eidelstedt ein schnelles Hobby: Beide sind leidenschaftliche Cruiser. Als der 26-Jährige ein neues Auto brauchte, haben ihm Freunde aus der Cruiser-Szene geholfen. „Es macht einfach Spaß, mit den Jungs darüber zu quatschen“, sagt der gelernte Zerspanungsmechaniker. Seine Freundin macht gerade eine Ausbildung zur Mecha-tronikerin und ist übrigens bei weitem nicht die einzige Frau in der Gruppe, zu der auch das Ehepaar Ercan, 31, und Maraike Heinrich, 34, aus Großensee gehören, ebenso wie Dustin Warnke, 23, Kraftfahrzeug-Mechatroniker aus Tonndorf, und der Wentorfer Friseurmeister Sven Fraschak, 34. Wenn sich die Cruiser-Szene freitags abends am Wilhelm-Iwan-Ring in Allermöhe trifft, gehören sie meistens dazu. Hunderte Autofans kommen manchmal zum Fachsimpeln hierher. Gelegenheit zum Fahren bieten Touren in kleinen Gruppen von 20 bis 30 Fahrern etwa in Richtung Ostsee. Und voll auf Touren kommen sie beispielsweise auf dem Heidbergring in Geesthacht oder beim Beschleunigungsrennen in Stendal / Sachsen-Anhalt.
Nur wenige Cruiser sind mit Motorrädern dabei, die meisten mit dem Auto. Jede Klasse ist vertreten, vom Smart bis zum Hummer, von der Corvette bis zum Ford Mustang, von sechzig bis 900 PS. Die wichtigsten Regeln lernen Neulinge gleich zu Beginn kennen: Keinen Müll liegen lassen, Rücksicht nehmen, nicht laut Musik hören... Weil sich manchmal Leute einfinden, „die sich nicht benehmen können“, gibt es gelegentlich Kontakt zur Polizei. Deshalb beschlossen die Cruiser vor einigen Jahren, den Beamten mit kleinen Schokoladenweihnachtsmännern eine kleine Freude zu bereiten, „als Dankeschön, dass sie auf uns aufgepasst haben“, wie Sven Fraschak erklärt. Daraus entwickelte sich eine Geldsammel-aktion. Schon 2011, im ersten Jahr, kamen 1.084 Euro für die Radio-Hamburg-Aktion „Hörer helfen Kindern“ zusammen. Daraus leitete die Gruppe dann auch ihren Namen ab: „Cruiser helfen Kindern“. Im vergangenen Jahr konnten stolze 10.000 Euro an Radio Hamburg übergeben werden. Wie das gelungen ist? „Das funktioniert viel über Networking“, sagt Sven Fraschak. Auch seine Mitstreiter kennen viele Menschen, die sie für den guten Zweck mobilisieren. Weil sie ihre Spenden zukünftig in vollem Umfang Bedürftigen weiterleiten wollen, erarbeiten die Cruiser gerade eine Satzung für einen Verein.
Dass ihr Auto nicht so aussieht wie jedes andere ist den Cruisern wichtig – und das kostet. Für neue Felgen könne man schon mal 4.000 Euro bezahlen, weiß Lagerist Ercan Heinrich. Und wenn ein Motor auf 600 PS getunt wird, dann ist das mit 60.000 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen. Da trifft es sich gut, dass die meisten Cruiser eigene Schrauberhallen haben und in der Gemeinschaft immer jemanden finden, der einen Tipp parat hat. „Die Gemeinschaft, der Zusammenhalt“, ist es denn auch, die die sechs besonders schätzen.
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