Das Gedächtnis Wandsbeks

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Ein Besuch im Heimatmuseum. Teil 2

Von Christa Möller
Wandsbek. „Wir sind das Gedächtnis Wandsbeks“, sagt Ingrid Voss nicht ohne Stolz. Immer wieder bringen Wandsbeker Bürger Dinge ins Museum wie jetzt gerade ein altes Grammophon ebenso wie Haushaltsgeräte, Medaillen, Orden oder auch persönliche Familienpapiere. Was derzeit nicht in die Räumlichkeiten passt, kommt erstmal ins Archiv im Dachgeschoss. Ein Ausstellungsstück fand Ingrid Voss sogar auf dem Flohmarkt: Eine Medaille der Loge Brudertreue von 1924. Ältestes Ausstellungsstück ist eine Ausgabe des Wandsbeker Boten von 1845. Und das neueste? „Ebenfalls der Wandsbeker Bote, die aktuelle Ausgabe von Wandsbek informativ.“
Mehr Platz bekommt das Museum demnächst durch eine Umgestaltung der Räume. Die Gruppen werden auf zwei Zimmer verzichten. Die „Ahnengalerie“ wird ins neue Bürgermeisterzimmer mit dem Schreibtisch des ehemaligen Bezirksamtsleiters Achim-Helge Marquard Freiherr von Beust, (dem Vater von Ole von Beust), umziehen.
300 Besucher kommen jährlich ins Museum, darunter viele ältere Interessierte, die ihre Familiengeschichte aufarbeiten - „wie sahen die Straßen nach dem Krieg aus, wie hat unser Opa gewohnt oder Bücher schreiben und sich hier Material holen“, erläutert Ingrid Voss. Aber auch die junge Generation ist vertreten wie heute Juliane und Jörn Bansemer mit Sohn Bastian, 1, aus Marienthal. Sie erhoffen sich Informationen über ihr Haus und das umliegende Wohngebiet und wollten sowieso immer schon mal vorbeischauen. Kürzlich war sogar Besuch aus Amerika zu Gast: Erika Claudius-Wolfe aus Iowa, eine Nachfahrin von Matthias Claudius. Sie traf beim Besuch des Heimatmuseums neben dem ehrenamtlichen Team auch den Vorsitzenden der Claudius-Gesellschaft, Dr. Reinhard Görisch, und Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff.
Als Gastgeschenk hatte die Amerikanerin die 1936 in einer auf 100 Stück limitierten Auflage erschienene „Stammfolge des Geschlechts Claudius“ dabei. Übrigens finden auch viele Dänen den Weg ins Wandsbeker Heimatmuseum, da Wandsbek früher unter dänischer Verwaltung stand.
Wer das Museum mit Ausstellungsstücken unterstützen möchte, („aussortieren kann ich immer noch“, sagt Ingrid Voss), darf sich gern ans Heimat-
museum wenden, ebenso wie engagierte Mitbürger, die sich im Heimatverein,
Tel.: 684786, betätigen möchten.

Geöffnet ist dienstags von 16 bis 18 Uhr und am 1. Sonntag im
Monat von 11 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei. Infos auch unter http://www.buergerverein-
wandsbek.de
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