„Das Handwerk macht mir Spaß“

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Nina Thielvoldt in der Werkstatt Foto: rdm

Nina Thielvoldt ist Bundessiegerin im Malen und Lackieren. Eine moderne Berufsperspektive

Von Reinhard Meyer
Wandsbek
„Wie setzt man sich als Frau auf einer von der Männerwelt geprägten Baustelle durch“ wollte Senator Ties Rabe in seiner Laudatio von Nina Thielvoldt (21), Bundessiegerin im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks Malen/Lackieren, wissen. Die prompte, selbstbewusst-fröhliche Antwort „...mit einem Lächeln“ machte den Senator für einen Moment sprachlos –
bei der Festversammlung rief sie allgemeines Schmunzeln hervor. Der Hamburger Senat hatte mit Ties Rabe und Joseph Katzer von der Handwerkskammer Hamburg, zur Ehrung der zehn Hamburger Bundessieger in den Bürgermeistersaal des Rathauses geladen. Nina Thielvoldt machte 2012 ihr Abitur am Gymnasium Lerchenfeld. Ihre beruflichen Vorstellungen: Rechtsanwalt, Psychothera-peuten oder Marketing-Fachfrau. „Ich wollte meinen Eltern nur einen Gefallen tun und machte daher ein Praktikum im elterlichen Malerbetrieb. Zu meiner großen Überraschung machten mir die handwerklichen Arbeiten richtig Spaß“, sagt Nina Thielvoldt. Sie entschied sich für eine Ausbildung als Malerin/ Lackiererin und begann parallel das Studium der Betriebswirtschaft an der Berufsakademie im Elbcampus in Harburg – mit dem Bachelorexamen als Ziel. „Die körperlichen Belastungen in diesem Handwerk sind für mich kein Problem, die anstrengenden Arbeiten gleichen sich irgendwie aus“, so Nina Thielvoldt.

Euro-Meisterschaften als großes Ziel


Nach vier Siegen in Wettbewerben des norddeutschen Handwerks stellte sie sich 2015 in München dem Bundeswettbewerb. Ihre Prüfaufgabe: Die Gestaltung des Büros einer Hausverwaltung anhand eines etwa mannsgroßen Modells. Ihre Lösung machte sie zur Bundessiegerin. Ihr nächstes Ziel ist die Teilnahme an den Euroskills, den europäischen Berufsmeisterschaften in Göteborg. Sie gehört zum Nationalteam der sechs Jungmaler/Lackierer, die sich um die Teilnahme bewerben. Dazu Nina Thielvoldt locker: „Da will ich natürlich mitmischen.“

Im Sommer hat sie den Bachelor


Im Sommer wird sie ihr Bachelorexamen in Betriebswirtschaft ablegen. Sie besucht Seminare zur handwerklichen Weiterbildung und sie will so früh wie möglich ihren „Meister“ machen. Nina Thielvoldts Erfolge bei den Leistungswettbewerben zeigen, dass sie bei berufli-chen Herausforderungen kreative Lösungen findet. Ihre Schwerpunkte in handwerklicher Weiterbildung zusammen mit dem „Bachelor“ lassen erkennen, dass sie sich in der Konkurrenzwelt des Mittelstandes behaupten will und wird. Sie wird zu einem gegebenen Zeitpunkt die elterliche Firma, die sich seit fünf Generationen in Familienbesitz befindet, weiterführen.
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