Das ist wahre Liebe!

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Egon Dovens ist seit 14 Jahren ans Bett gefesselt. Seine Frau Helga hat nicht für eine Sekunde darüber nachgedacht, ihren Mann in ein Pflegeheim zu geben
 
Die Einladungskarte für die Goldene Hochzeitsfeier ist gedruckt. Die Trauung wird Pastorin Maren Wiechern begleiten

Helga und Egon Dovens lassen sich nach 50 Jahren erneut trauen

Von Karen Grell

Dulsberg Am 7. Juli, vor genau 50 Jahren, haben sich Helga und Egon Dovens das Ja-Wort gegeben. Bis heute halten sie an ihrer Liebe zueinander fest. In guten und in schlechten Zeiten wollen sie zusammen halten. Das wird an diesem Sonnabend noch einmal mit einer kirchlichen Trauung in der Dulsberger Frohbotschaftskirche besiegelt.

„Nicht in Weiß, aber schon im festlichen Outfit“, lacht Helga, die 1967 als junge Steuerfachgehilfin den gelernten Schlosser Egon zum Mann nahm. „Es war eine lange Geschichte, die über fünf Jahre dauerte, bis wir dann endlich vor dem Altar standen“, erinnert Helga. Er habe in Holland gelebt und sei nur bei seinen Großeltern in Hamburg zu Besuch gewesen. „Als sie am Fenster meiner Großmutter vorbeiging, wusste ich, dass es die Richtige ist“, schmunzelt Egon, der sich an das erste Aufeinandertreffen noch ganz genau erinnert. Am Nymphensee in Wandsbek habe er ihr dann seine Liebe mit einem schüchternen „Du gefällst mir sehr gut“, gestanden. Überzeugen konnte er Helga durch seine Beständigkeit. „Er hat mir drei Jahre lang jeden Tag einen Brief oder eine Postkarte aus Holland geschickt“, erzählt Helga.

Der Wandsbeker Briefträger nannte sich deshalb damals selber den „Liebesboten“.
Die Goldene Hochzeit mit dem erneuten Eheversprechen, die Pastorin Maren Wichern begleiten wird, soll noch einmal an die alten Zeiten zurückerinnern und doch wird es ganz anders sein als damals. Egon Dovens wird nur mit Mühe zur Kirche kommen können, denn nach einen Schlaganfall vor vierzehn Jahren ist er ans Bett gefesselt und kann nur mit Hilfe eines Rollstuhls das Haus verlassen. „Ich bin halbseitig gelähmt“, sagt Egon.
„Für mich war sofort klar, dass mein Mann zuhause bleibt“, betont Helga, der nach dem Schlaganfall nahegelegt wurde, ihren Mann in ein Heim zu geben. „Das hätte ich niemals übers Herz gebracht“, sagt die heute 69-Jährige, die selbst gesundheitlich etwas angeschlagen ist, ihren Mann aber mit Liebe und Hingabe pflegt: „Das hätte er auch für mich getan“.
Trotz des Schicksalsschlags haben sich die Dovens ihr bis dahin sehr geselliges Leben erhalten. Egons Bett steht jetzt im Wohnzimmer mit Blick auf den Balkon, der mit bunten Blumen geschmückt ist, Stühle und kleine Tische bieten zu jeder Zeit Platz für den Besuch und Helgas Treffen mit den Freundinnen wurde in die eigene Küche verlegt. Egon ist so mitten im Geschehen, wird von Helga, dem ältesten Sohn und einem Pflegedienst liebevoll umsorgt und kann seiner Leidenschaft Fußball auch weiterhin am Fernseher folgen.
„Leider können wir heute nicht mehr so aktiv sein wie früher“, bedauert das Paar, das neben ihren Vollzeitbeschäftigungen und den beiden Kindern sich immer auch sozial engagierte. „Früh morgens haben wir Zeitungen ausgetragen, weil wir vier Pflegekinder über Plan International übernommen hatten,
für die wir regelmäßig gespendet haben.“ Das Engagement dieses Ehepaars scheint unendlich und ihre Lebensphilosophie beweist ihren Optimismus: „Lieber gemeinsam kämpfen als einfach untergehen“.
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