Der Garten im Bild

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Der iranische Künstler Ebrahim Shargi gewann den Sonderpreis für sein Bild „Tanz der Rosen“Foto: kn
 
Der „Fernsehgarten“ von Manfred Dübelt ist das beliebteste Exponat bei den Ausstellungsbesuchern

Projekt „GartenARTen“: KulturWerk Rahlstedt prämiert Arbeiten

Von Kirsten Netzow
Hamburg. Mit der Verleihung des 3. Rahlstedter Publikumspreises endete am vergangenen Sonnabend das Projekt „GartenARTen“ des Vereins KulturWerk Rahlstedt e.V.. Mit mehreren Sondervorträgen und der Öffnung von privaten Gärten im Stadtteil lud der Verein 2013 alle Interessierten ein, sich mit dem Thema Garten in vielfältiger Weise zu beschäftigen.
Im Mittelpunkt dieses kulturellen Gartenjahres stand dabei der 3. Rahlstedter Publikumspreis. Insgesamt 38 Künstlerinnen und Künstler, darunter viele Vereins-Mitglieder, folgten dem Aufruf und brachten ihre persönlichen und kreativen Gartenbeiträge in Form von Fotografien, Aquarellen, textilen Arbeiten, Texten oder einem Musikvideo ein. Der Sonderpreis „Text“ ging an Klaus Eddicks für seine autobiografische Darstellung der traumatischen Erinnerungen eines Kindes im Lübeck der Nachkriegszeit, in der ein Garten das Überleben bedeutete. Helmut Stuarnig erhielt den Sonderpreis „Musik“ für sein im Schnitt und Arrangement überzeugendes Video, in dem „ein grantelnder Österreicher zeigt, dass Gartenarbeit auch sehr ätzend sein kann“, wie Jurymitglied Reinhard Piening es augenzwinkernd formulierte. Der iranische Künstler Ebrahim Shargi gewann den Sonderpreis „Bildende Kunst“ mit seiner großformatigen Malerei „Tanz der Rosen“.
Eine Jury, bestehend aus Literaturwissenschaftlern, ehemaligen Oberstudienräten für Kunst und Musik und Kunstvermittlern hatte die 38 Arbeiten unter die Lupe genommen. Die Werke wurden im Raum des KulturWerks im Rahlstedter Einkaufszentrum ausgestellt. Besucher konnten dort ein Votum für ihr Lieblingsexponat abgeben. Zur Preisverleihung am vergangenen Sonnabend erschienen rund 100 Gäste und Beteiligte. Für musikalische Unterhaltung sorgte das Jazzquartett „zweiPluszwei“ mit charmanten und witzigen a-cappella-Einlagen.

„Das Thema Garten erwies sich als besonders geeignet, um die Idee zu verwirklichen.“ Gisela Schatt

Die erste Siegerin des Wettbewerbs hieß Beate Udelhoven. Ihr ungewöhnlicher Technikmix, bestehend aus einem gespraytem Untergrund, sorgfältig gestickten Blättern und mit Federzeichnung dargestellten Insekten, überzeugte die Jury. Ursula Unbehaun gewann den zweiten Preis mit einem, laut Jurysprecherin Antje Mittelstedt, „gestalterisch und atmosphärisch spannendem Bild“, das in englischer Tinte gehalten ist. Der dritte Platz der Jury ging an Hilke Grudzinski für mehrere Collagen mit ungewöhnlichen Materialien, wie in Papier eingeschnürte Akeleisamen und kleingeschnittene Plastikblumentöpfe. Mit seinem „Fernsehgarten“ holte sich Manfred Dübelt den Publikumspreis für das beliebteste Ausstellungsstück. Sobald sich der Betrachter einem ausgehöhlten und mit Pflanzen besetztem Fernsehapparat nähert, setzt mittels Bewegungsmelder ein fröhliches Vogelgezwitscher ein.
„Das Thema Garten erwies sich als besonders geeignet, um die Idee zu verwirklichen, die kulturelle Aktivität und Interaktion zu fördern, weil nicht nur verschiedene Auffassungen von Gartengestaltung, sondern auch von Natur und von Kunst zur Geltung kommen konnten“, sagte die Initiatorin des Rahlstedter Publikumspreises Gisela Schatt in ihrer Laudatio. Jeder Garten sei das Ergebnis von Unterscheidungen und Entscheidungen, wie etwa der „zwischen Arbeit und Genuss, Wildwuchs und Inszenierung, zwischen dem Nützlichem und dem Schönen.“ „In genau diesen Spannungsfeldern bewegen sich auch die Entscheidungen, auf denen die eingereichten Arbeiten beruhen. Alle Arbeiten sind sehr persönliche Dokumente von Einsichten, Überzeugungen und Wertvorstellungen“, so Schatt. Alle Gewinner konnten sich über eine Urkunde sowie vom KulturWerk Rahlstedt gestiftete Gutscheine freuen. (kn)
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